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Cuprum - Die neue Steinzeit hat begonnen

 

Das lange Zeit als neues Projekt angekündigte Romanprojekt "Centauri-Krieg" habe ich nach langen Überlegungen zunächst einmal auf Eis gelegt. Manchmal gibt es halt für jeden Schreiber gewisse Hindernisse, und man verrennt sich in gedankliche Sackgassen. Ich werde die Geschichte sicherlich zum Abschluss bringen, dennoch braucht es etwas Abstand dazu, um in der weiteren Planung wieder auf die Spur zu kommen.

 

In der Zwischenzeit reifte in mir der Plan für ein anderes, neues Projekt. Auch dieses wird ein Romanprojekt sein, doch im Gegensatz zum "Centauri-Krieg" steht hier bereits das grobe Gerüst des gesamten Plots. Aktuell schreibe ich daran, wann immer ich Zeit und Muße finde. Ich denke jedoch, dass es bis zur Fertigstellung noch einige Zeit beanspruchen wird. Zum Glück bin ich keinem Verlag und seinen Terminvorgaben verpflichtet und kann in aller Ruhe an dem Projekt weiterschreiben

 

Wie man sicher bereits vermutet, handelt es sich auch diesmal wieder um einen Science-Fiction-Roman, der allerdings auf unserer guten alten Erde spielt, in einer Zeit, zu der wir alle noch einen sehr guten Bezug haben, da er höchstens einige wenige Jahre in der Zukunft spielt.

 

Nach meinem Verständnis sollte SciFi, wenn möglich, für den Leser noch in greifbaren Bereichen stattfinden. So nett Weltraumsagas auch sein mögen: Sie haben mit Science-Fiction im Grunde nicht viel zu tun. Es handelt sich viel mehr um gut verpackte Märchen der Neuzeit oder Zukunft. Das, was SciFi ausmacht, wird dabei gern als gegeben hingestellt und mit keinem Wort hinterfragt. So finden wir dort teils haarsträubende Technologien, die einfach als bestehendes Wissen verkauft werden. Sicher sind auch solche Geschichten durchaus nett, wenn man sich darauf einlässt, aber ich bevorzuge eine andere Auslegung des Genres. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich nicht auch versuche, Technologien einzusetzen, die es nicht gibt - und vielleicht auch niemals geben wird. Dennoch sollten sie im Bereich des unmittelbar Vorstellbaren rangieren.

 

Zum Inhalt von Cuprum - die neue Steinzeit hat begonnen:

 

Warum Cuprum? Cuprum ist die lateinische Bezeichnung des Elements Kupfer und um genau dieses Element geht es. Kupfer ist kein sehr häufig vorkommendes Element auf unserem Planeten. Es zählt nicht zu den Edelmetallen und doch ist es für das Leben, das wir führen, unerlässlich, in einer Zeit, in der alles auf elektrischem Strom und Datenverbindungen beruht. Jedes Mobiltelefon, jeder Computer enthält auf seinen Boards Kupfer, jeder Elektromotor enthält Wicklungen aus Kupfer. Dieses Metall ist allgegenwärtig und transportiert Elektrizität oder Daten, ohne dass wir uns darüber nähere Gedanken machen.

 

Die Prognosen der Fachleute über die Begrenztheit der fossilen Ressourcen haben sich als zutreffend erwiesen und einige der wichtigsten Ölquellen im Nahen Osten, sowie in Alaska stehen kurz vor dem Versiegen. Die Nachfrage nach immer mehr Rohöl lässt die Preise an den Märkten nach oben schnellen und kleinere, ärmere Staaten können sich den Luxus von Öl kaum mehr leisten. Sie verschulden sich hoffnungslos bei den reicheren Ländern, die jedoch ebenfalls darunter zu leiden haben, dass die Ressourcen zur Neige gehen. Die schlechten Bedingungen und die Armut in den betroffenen Ländern rufen militante Aktivisten auf den Plan, die sich zum Ziel gesetzt haben, auch die vermeintlich reichen Länder von ihren Energiequellen abzuschneiden. Eine Reihe von Anschlägen auf nukleare Kraftwerke in ganz Europa schürt die Angst in der Bevölkerung, vor allem, als eine gewaltige Explosion im AKW Brokdorf weite Teile Norddeutschlands verstrahlt.
Die OPEC-Staaten sehen ihre Chance, endgültig ihre Bedingungen zu diktieren und fordern Horrorpreise für ihre Ölexporte. Die USA mobilisieren ihre Mittelmeerflotte und entsenden weitere Flotten ins Krisengebiet. Sie besetzen in einer Nacht- und Nebelaktion fast alle ölfördernden Staaten und ringen sie brutal in die Knie - zur Sicherung der Weltversorgung, wie sie behaupten. Die übrigen Großmächte reagieren entsprechend und unterstützen die geknechteten OPEC-Staaten. Allmählich werden nahezu alle europäischen Staaten in den Konflikt hineingezogen und es herrscht Krieg in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Sinnlos werden dabei Ressourcen vernichtet, um deren Sicherung ja eigentlich der Krieg geführt wird. Es gibt jedoch keine Interessenblöcke mehr, sondern nur noch egoistische Einzelaktionen der einzelnen Staaten und die Welt beginnt im Chaos zu versinken. Millionen Menschen sterben. Die Städte liegen in Schutt und Asche. Der letzte Rest von Vernunft hat zumindest den Einsatz von Nuklearwaffen verhindert.
In dieser Situation kommt eine vollkommen neue Art von Waffe zum Einsatz, die so winzig ist, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht einmal erkennen kann: Naniten. Die Entwicklung solcher Mikroroboter auf molekularer Ebene war schon länger erforscht worden und nun hat auch das Militär seine Bedeutung erkannt. Raketen ohne Sprengköpfe, jedoch mit Naniten-Wolken gefüllt, fliegen kreuz und quer über den Kontinent und verteilen ihre schädliche Last überall. Wo immer sie auftauchen, verwandelt sich Kupfer in wertloses Kupferoxid. Die gesamte Technologie, die auf Kupfer und Kupferleiterbahnen in Computern basiert, fällt vollständig aus. Motoren funktionieren nicht mehr, Flugzeuge fliegen nicht mehr. Was als begrenzter Angriff gedacht war, lässt sich nicht begrenzen, geschweige denn beherrschen. Nicht nur Europa, wie wir es kannten, bewegt sich zurück in eine selbst verursachte Steinzeit, sondern letztlich die ganze Welt.


Eine kleine Inselgruppe mitten im Atlantik - die Azoren - bleibt von all dem verschont. In der Zeit vor dem Krieg hat man dort ein gewaltiges Strömungskraftwerk errichtet, das die unerschöpflichen Kräfte des Golfstroms nutzbar machen und eigentlich das europäische Festland mit Energie versorgen soll. Zum Bau der Übertragungsleitungen ist es jedoch nicht mehr gekommen und im Verlauf des Krieges hat niemand mehr an das ambitionierte Projekt gedacht. Die Inselgruppe hat keinen strategischen Wert und ist so klein, dass man ihr keinerlei Bedeutung beimisst. Auf der Insel Isla dos Flores, der westlichen Azoreninsel, befindet sich eine wissenschaftliche Station, sowie ein Depot für Ersatzteile des Kraftwerks. Die international besetzte Besatzung der Station hat sich dort eingerichtet und zum Teil Familien gegründet, als klar wird, dass eine Rückkehr aufs Festland nicht mehr in Frage kommt. Die Idylle wird jedoch jäh gestört, als eines Tages die Funkverbindung nach Sao Miguel abbricht, der größten der Azoreninseln, die etwas näher zum Festland hin gelegen ist. Sollten die Naniten einen Weg gefunden haben, die zweitausend Kilometer bis zu den Azoren zu überbrücken? Gehen nun auch dort die Lichter aus?
Hier würde mein Roman einsetzen und die kleine Gemeinde auf dem Weg in die Rettung begleiten, die letztlich auch die Rettung für die übrige, geschundene Welt sein könnte.

 

Als Leseprobe stelle ich hier das erste Unterkapitel des Romans zur Verfügung.

 

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