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17 Dem Mond so nah - Bauchentscheidung - Teil 1/2

3. Dem Mond so nah

 

3.1 Bauchentscheidung - Teil 1/2

Die erste Aufregung beim Start und vor den ersten Manövern war längst verflogen. Die Moonshuttle-1 folgte inzwischen ihrem Kurs zum Mond und die Crewmitglieder hatten Zeit. Jan blickte aus dem dreieckigen Fenster der Kabine und verfolgte, wie die Erde fast unmerklich kleiner zu werden schien.
»Sie ist immer einen Blick Wert, nicht wahr?«
Jan drehte sich überrascht um und sah Carl Feininger direkt hinter sich.
»Das wird sich niemals ändern. Ich bin schon seit Jahren im All unterwegs, aber ich genieße es immer, unseren Planeten zu betrachten. Man wird es einfach nicht leid.«
»Warum muss es eigentlich so verdammt lange dauern, bis man den Mond erreicht?«, fragte Jan. »Es kann doch mit den Triebwerken dieses Schiffes nicht so schwer sein, die Zeit erheblich zu verkürzen.«
Carl lachte leise. »Das ist sicherlich die Ungeduld der Jugend. Aber Spaß beiseite: Du hast natürlich recht. Technisch wäre das kein Problem, doch denk mal an die Kosten. Der zusätzliche Treibstoff, den wir mitführen müssten, würde die Reise unverhältnismäßig verteuern. Daraus wird erst etwas, wenn andere Antriebstechniken entwickelt werden. Du wirst es sicher noch erleben, aber bis es so weit ist, fliegen wir so, wie es bereits die ersten Mondfahrer machten, die seinerzeit in ihren Apollokapseln antriebslos bis zur Mondumlaufbahn geflogen waren.«
Jan akzeptierte das, aber es gefiel ihm trotzdem nicht, tagelang unterwegs zu sein, ohne dass Nennenswertes geschah.
Carl schlug im mit der Hand auf die Schulter. »Die Sache hat auch etwas Gutes, denn ihr könnt die Gelegenheit nutzen, euch an die Schwerelosigkeit zu gewöhnen. Ich nehme an, ihr habt schon jetzt keine großen Probleme mehr mit dem ständigen Gefühl des Fallens und der Übelkeit?«
»Stimmt«, meinte Jan überrascht. »Das ist besser geworden.«
Carl blickte zu den anderen neuen Studenten hinüber. Die Jungs dösten in ihren Sitzen, während die Mädchen sich angeregt mit Lisa unterhielten, die ihnen eine theoretische Einführung in die Handhabung eines Raumschiffs gab.
»Ist Isabella deine Freundin?«, fragte er plötzlich leise.
Jan wurde misstrauisch. »Warum?«
»Ich frage nur aus Interesse. Mir fiel halt auf, dass ihr zwei euch nicht so verhaltet, wie junge Studenten normalerweise miteinander umgehen. Man spürt förmlich eine größere Vertrautheit zwischen euch. Sie ist aber auch nett.«
»Wieso sagst du mir das?«
Carl machte eine beschwichtigende Geste mit der Hand. »Denk jetzt nicht, ich würde euch die kleine Romanze nicht gönnen. Sie überrascht mich nur. Ich kenn das von früheren Neuen. Sie hatten stets Probleme, zu einem vernünftigen Umgang miteinander zu finden, weil der Konkurrenzkampf während der Prüfungsphase so hart war, dass sie sich als Gegner sahen. Erst nach und nach normalisierte sich das und Freundschaften kamen zunächst kaum vor. Ich erlebe in eurer Gruppe zum ersten Mal, dass es auch anders geht. Trotzdem möchte ich dir einen Tipp mit auf den Weg geben.«
»Einen Tipp?« Jan machte ein fragendes Gesicht. »Was für einen Tipp?«
»Der Mond ist verdammt lebensfeindlich. Nur unsere Technik ermöglicht es uns, dort zu leben. Als neuer Mondbewohner muss man eine Menge lernen, bis man die Spielregeln beherrscht, und man blind die richtigen Handgriffe und Verhaltensweisen drauf hat. Man sieht es nicht unbedingt gern, wenn es unter Erstsemestern gleich zu Pärchenbildung kommt. Gerade zu Beginn kann eine Verliebtheit ablenken und zu gefährlichen Fehlern führen.«.
»Willst du mir jetzt damit sagen, dass engere Kontakte zwischen neuen Studenten verboten sind?«
Carl wehrte mit den Händen ab. »So weit geht es natürlich nicht, aber ich weiß, dass man Liebesbeziehungen misstrauisch beobachtet. Ich möchte nur, dass du das weißt.«
»Ich glaube nicht, dass wir uns gegenseitig ablenken werden«, versicherte Jan.
Carl lächelte. »Dann ist es ja gut.« Er blickte auf die Borduhr. »Oh, es ist bereits Nachmittag in Florida und wir befinden uns auf Mondkurs. Zeit also, unsere Uhren umzustellen.«
Er gab Lisa ein Zeichen.
»Was gibt es?«, fragte sie.
»Zeitumstellung und anschließend Kükentraining.«
Lisa lachte laut und die Freunde wurden aufmerksam.
Gina kam als Erste zu Carl und Jan herübergeschwebt. »Was bedeutet das?«
»Auf dem Mond gilt Greenwichzeit. Wir sind aber in Florida aufgestiegen. Es ist für uns einfacher, wenn wir uns frühzeitig an die Mondzeit anpassen.«
»Das meinte ich nicht«, sagte Gina. »Was ist mit ›Kükentraining‹ gemeint?«
»Ihr seid die Küken«, stellte Carl fest.
»... und wir besitzen eine Vorrichtung, die wir nutzen können, um uns in der Schwerelosigkeit fit zu halten«, ergänzte Lisa. »Es ist eine Trommel, die wir in Rotation versetzen, um Schwerkraft zu simulieren.«
Pelle hatte sich ebenfalls zu ihnen gesellt. »Kann man diese Trommel besichtigen?«
»Ihr werdet sie nicht nur besichtigen, sondern darin trainieren. Wir werden ein Mondanpassungsprogramm mit euch absolvieren - unter simulierten Mondbedingungen.«
Lisa deutete mit der Hand, ihr zu folgen. »Kommt mit in die Ladebucht. Dort ist die Trommel installiert.«
Sie öffnete eine Luke, indem sie ein großes Handrad drehte und die schwere Tür aufzog. Die Freunde spähten in den Raum dahinter, doch er war dunkel. Lisa schaltete das Licht ein und flackernd sprangen eine Reihe von Leuchtflächen an, die strategisch ringsherum an den Wänden angebracht waren. Jetzt konnten sie erkennen, dass die Moonshuttle-1 eine ganze Menge Ladung mitführte, die in großen, versiegelten Kunststoffkisten verpackt und mit stabilen Gewebebändern fixiert waren. Am beeindruckendsten jedoch war ein Zylinder im hinteren Teil des Laderaumes, der fast den gesamten Durchmesser der Ladezone einnahm.
»Das ist unsere Trommel. Sie kann über einige Elektromotoren auf ihrer Außenseite in Rotation versetzt werden, wodurch innen Fliehkräfte wirksam werden. Wir können zwar nicht unbedingt Erdschwere erzeugen, aber für Mondschwere reicht es aus.«
Sie schwebte zu einer Steuerkonsole, die am Sockel der Trommel angebracht war, und überprüfte den Ladezustand des Gerätes. Skeptisch verzog sie das Gesicht. »Die Batterien sind fast leer. Ich werd einfach die Sonnenkollektoren auf der Außenseite der Moonshuttle-1 dafür anzapfen.«
»Wegen uns musst du nicht einen solchen Aufwand betreiben«, meinte Pelle grinsend.
Lisa musste lachen. »Das könnte dir so passen. Das Training wird auf jeden Fall durchgeführt.«
Nach ein paar Schaltungen an der Konsole begann die Trommel, sich zu bewegen und wurde ganz allmählich schneller. Ein leichtes Vibrieren deutete an, dass das Training beginnen konnte.
»Wer geht zuerst hinein?«, fragte Lisa laut in die Runde.
»Ich bitte nicht«, sagte Nelson Dwhite mürrisch. »ich werde bestimmt schwindelig darin. Das Ding ist einfach zu klein.«
»Nelson, du gehst als Erster«, entschied Carl, der hinter ihnen hergekommen war. »Die Trommel bereitet dich auf ein Leben unter einem sechstel G vor. Wenn dir schwindelig wird, hat das nichts mit der Größe des Testgerätes zu tun, sondern nur damit, dass du Trainingsbedarf hast. Stell es dir nicht so leicht vor. Ihr glaubt, nur weil ihr euch recht gut an Schwerelosigkeit gewöhnt habt, wäre es nun auch kein Problem, sich unter einem sechstel G zurechtzufinden. Glaubt mir: Das Gegenteil ist der Fall. Unter Schwerelosigkeit ist euch absolut klar, dass ihr die Trägheit eures Körpers falsch einschätzt und seid entsprechend vorsichtig. Mondschwere ist etwas gänzlich anderes. Ihr habt unbewusst das Gefühl, die Welt wäre in Ordnung. Es gibt oben und unten, außerdem spürt ihr euer Gewicht. Das, an die Erde gewöhnte, Gehirn wird euch suggerieren, ihr wärt in eurer normalen Umgebung und wird euch veranlassen, eure Kräfte ständig falsch einzusetzen. Die Trommel ist eine gute Gelegenheit, schon jetzt Mondschwere zu erleben und sich daran zu gewöhnen. Also Nelson: keine langen Reden und hinein mit dir.«
Nelson seufzte und stieß sich in Richtung der Zylindernabe ab. In der Mitte gab es eine Öffnung, die groß genug war, um sich mit den Händen dort hineinzuziehen. Er hielt sich kurz an der Kante fest und stieß sich dann leicht ab, um endgültig ins Innere zu treiben. Die Welt innerhalb des Gerätes begann sich um Nelson zu drehen, was den Eindruck auch richtig wiedergab. Die Trommel rotierte mit genau der Frequenz, die an der Innenseite eine Fliehkraft von exakt der Schwerkraft des Mondes erzeugte.
Nelson ließ sich zum Boden treiben und wurde immer schneller, bis seine Füße den Boden berührten.
»Shit! War ich schon immer so schwer?«
Lisa lachte leise. »Stell dich nicht so an, Nelson. Auf der Erde bist du sechs Mal schwerer. Das kommt dir nur so vor, weil du schon eine Weile in der Schwerelosigkeit gelebt hast.«
Über einen Monitor konnten alle Nelson in der Trommel beobachten. Die Kamera war offenbar fest an der Innenwand angebracht, denn von der Drehbewegung war nichts zu sehen. Im ersten Moment schwankte er bedenklich und drohte zu stürzen, doch er balancierte sich aus und blieb aufrecht auf dem Boden stehen.
»Das ist eigenartig«, sagte Nelson. »Das Schwindelgefühl ist jetzt weg. Dabei weiß ich doch, dass ich hier herumgeschleudert werde, wie die Wäsche im Trockner.«
»Setz dich auf den Hocker Nelson«, forderte Lisa, die ihn aufmerksam beobachtete.
Der Hocker schien über ihm an der Decke zu kleben. Nelson machte ein paar unbeholfene Schritte und begann wieder zu taumeln.
»Wie ich schon sagte: Das ist einfach zu klein hier drin. Es fühlt sich falsch an, wenn der Boden immer unten sein soll, der Hocker aber über mir an der Decke klebt.«
Nelson konzentrierte sich, um den Hocker zu erreichen und dabei nicht zu stürzen. Schließlich erreichte er ihn und nahm Platz.
»Neben dem Hocker steht ein Kanister mit Wasser und ein Becher«, sagte Lisa. »nimm ihn und schütte etwas davon in den Becher.«
Nelson griff nach dem Behälter und hob ihn mit einem leichten Ruck an. Sofort verselbstständigte er sich und flog bis zur Decke.
»Oh verdammt! Dabei hatte er so leicht gewirkt.« Hastig zog er ihn wieder nach unten und brachte ihn unter Kontrolle.
»Verstehst du jetzt, worum es geht? Deine Erd-Sinne müssen erst lernen, Gewicht und Masse voneinander zu trennen.«
»Das ist aber nicht einfach«, jammerte Nelson.
»Deshalb stecken wir euch in diese Trommel«, sagte Lisa. »Wenn ihr auf dem Mond seid, werdet ihr froh sein, wenn ihr euch nicht ständig blamiert, indem ihr dauernd Gegenstände oder Essen in der Gegend herumwerft.«
Nelson übte danach noch verbissen daran, den Becher mit Wasser zu füllen und anschließend damit verschiedene Dinge zu testen. Fast die Hälfte verschüttete er bei diversen misslungenen Versuchen, einen Schluck zu trinken, oder den Becher schlicht auf den Boden zu stellen. Nach ihm durften die anderen sich nacheinander bemühen, es besser zu machen.
Nelson sah sich die Bemühungen seiner Kollegen von der Ladebucht aus an. »Es ist wirklich beruhigend, zu sehen, dass ihr es auch nicht besser könnt.«
Zuletzt kletterte Gina aus der Trommel und fluchte leise, weil sie sich mit dem Wasser komplett übergossen hatte und ihre Kleidung klatschnass war.
»So ein verdammter Mist!«, rief sie, als sie sich vom Rand der Trommel abstieß. »Das war meine letzte saubere Bordkombination.«
»Mach dir keine Gedanken, Gina«, sagte Lisa. »Ich hab noch Kleidung in meinem Schrank, die dir passen sollte. Nimm dir, was du brauchst und lass die nassen Sachen trocknen. Sie sind ja nicht wirklich schmutzig.«
Pelle sah aus dem Seitenfenster der Zentrale und schaute zum Mond, der inzwischen schon sehr groß wirkte. »Wie lange werden wir noch unterwegs sein, bis wir den Mond erreichen? Nach der Umstellung auf Greenwichzeit habe ich mein Zeitgefühl vollends verloren.«
»In fast genau vierundzwanzig Stunden werden wir die Moonshuttle-1 wenden und mit dem Bremsmanöver beginnen«, erklärte Luuvi Tainonen von der Funkkonsole. »Der Raumhafen der Akademie hat vorhin mitgeteilt, dass sie uns ab jetzt in der Ortung haben und ständig unsere Annäherung messen werden. Sie melden sich, sobald es losgeht.«
»Bis dahin will ich das Schiff aber bereits gedreht haben«, betonte Carl. »Ich möchte keinen Stress haben, wenn sie sich so kurzfristig melden, wie beim letzten Mal.«
»Dann lass es uns doch einfach schon in zwölf Stunden machen«, schlug Lisa vor. »Dem Shuttle ist es gleich, ob es mit dem Heck voran fliegt, oder nicht.«
Carl versammelte die Studenten um sich. »Sobald wir das Wendemanöver vollendet haben und unser Kurs bestätigt ist, möchte ich, dass ihr alle euch wieder mit euren Raumanzügen vertraut macht.«
Er bemerkte die genervten Gesichter der jungen Leute. »Ihr braucht nicht so zu schauen. Eigentlich ist unsere Verfahrensweise – den Hauptteil der Reise in leichten Bordanzügen zu verbringen – gegen die Regeln. Das ist nur in stationären Orbits üblich. Während einer längeren Reise muss man ständig mit Zwischenfällen rechnen und kann es sich nicht leisten, Zeit zu verlieren, die durch das Anlegen der Anzüge verloren geht. Ich bin jedoch nicht so kleinlich – zumal ich weiß, dass auf unserer Strecke nur während bestimmter Zyklen mit erhöhtem Meteoritenaufkommen zu rechnen ist. Trotzdem werden wir nach dem Wendemanöver die Regeln strenger auslegen. Gewöhnt euch daran, denn auf dem Mond läuft es ganz sicher nicht so locker wie bei uns an Bord.«
»Meteoriten?«, fragte Gina. »Müssen wir uns vor Meteoriten fürchten?«
»Na ja«, sagte Carl. »die Massedichte hier im All ist äußerst niedrig und die Wahrscheinlichkeit, von einem Stück Materie getroffen zu werden, ist sicher ebenso gering. Aber wenn es geschieht, dann mit so hoher Geschwindigkeit, dass es die Außenwand glatt durchschlagen würde. In einem solchen Fall muss man schnell reagieren und das Leck abdichten, bevor zu viel Luft entweicht.«
»Wir verstehen es ja«, sagte Jan. »und wir werden uns auch daran halten und die Anzüge anlegen, aber es muss uns ja nicht gefallen, oder?«
»Das letzte Wort musst du aber auf jeden Fall haben, nicht wahr Jan?«, fragte Carl lächelnd. »Ich verlange das nicht, weil ich euch ärgern will oder euch nicht mag. Im Gegenteil. Ihr seid eine tolle Truppe und ich staune, dass ihr selbst nach mehreren Tagen in dieser Büchse noch immer miteinander auskommt.«
Jan sah ihn erstaunt an. »Ist das denn so etwas Besonderes?«
Carl winkte ab. »Ich hab schon Gruppen von neuen Studenten gesehen, die wären sich am liebsten gegenseitig an den Kragen gegangen. Bei euch hab ich aber das Gefühl, als würdet ihr euch verstehen. Es gibt nichts Wichtigeres als Harmonie unter uns Raumfahrern. Aber Harmonie allein bringt ein Raumschiff natürlich nicht ans Ziel. Das werdet ihr noch früh genug lernen.« Er machte eine kunstvolle Pause. »Und das war dann auch gleich mein Stichwort. Lernen. Verteilt euch nun auf die einzelnen Stationen und nutzt eure Zeit, in dem ihr etwas lernt.«
Die Studenten strebten auseinander und suchten sich Stationen des Shuttles aus, bei denen sie den Astronauten über die Schulter blicken konnten. Wie durch einen Zufall fanden sich Jan und Isabella gemeinsam bei Lisa ein und überhäuften sie sogleich mit Fragen. Jan sah, dass Carl sie ansah und lächelte. Als er ihn fragend anblickte, kam er zu ihnen hinüber.
»Ich hätte darauf gewettet, dass ihr zwei gemeinsam hier am Navigationsstand landet. Ihr seid beide an der Lenkung von Raumschiffen interessiert?«
Jan nickte. »Es war immer mein Traum, ein solches Schiff zu steuern - oder noch etwas Größeres, Schnelleres. Man weiß ja nie, was in den nächsten Jahren alles entwickelt wird.«
»Da hast du dir einiges vorgenommen.« Carl wandte sich an Isabella. »Und du scheinst Jans Interessen zu teilen.«
»Das stimmt. Ich möchte auch gern Pilotin werden.«
»Ich will nicht so tun, als wüsste ich nicht, dass euch nicht nur dienstliche Interessen verbinden. Ihr müsst euch allerdings über eine Sache im Klaren sein: Man wird auf den Schiffen niemals zwei Piloten brauchen. Sollte eure Freundschaft also von längerer Dauer sein, werdet ihr euch nach der Ausbildung nur selten sehen können.«
Jan und Isabella sahen sich erstaunt an. Soweit hatten sie es bisher noch nie durchdacht, aber Carl hatte natürlich recht.
»Warten wir es ab«, meinte Isabella. »Bis zum Abschluss unserer Ausbildung dauert es ja noch eine ganze Weile.«
»Das wird schneller vorbei sein, als du glaubst, Mädel. Aber ich will hier nicht den mahnenden Zeigefinger heben. Ihr solltet solche Dinge nur bei euren Planungen berücksichtigen.«
»Danke für den Tipp«, sagte Jan.

Stunden später war es dann so weit. Die Moonshuttle-1 sollte gewendet werden. Das war notwendig, weil das Shuttle nur ein Haupttriebwerk besaß, welches am Heck des Schiffes angebracht war. Wollte man die bestehende Geschwindigkeit verringern – und das musste man, wollte man nicht am Mond vorbeifliegen – blieb nur die Möglichkeit, das Haupttriebwerk in Flugrichtung zu feuern. Die Moonshuttle-1 besaß rings um den Rumpf eine Reihe von winzigen Triebwerken, die rechtwinklig zur Längsachse des Shuttles arbeiteten. Mit ihrer Hilfe konnte man die Nase des Schiffes in eine andere Richtung bringen, oder das ganze Schiff drehen. Der Vorgang selbst – so banal er sich anhörte – erforderte eine äußerst präzise Steuerung der Antriebsdüsen und wurde in der Regel durch einen Computer gesteuert. Nur so war gewährleistet, dass nach der halben Drehung wieder gestoppt wurde und eine Änderung des Gesamtkurses vermieden wurde.
»Klar für Wendemanöver!«, rief Carl. »Bitte schnallt euch alle auf euren Kontursitzen an. Meldung an mich, wenn ihr gesichert seid.«
Carl machte sich als Erster auf seinem Sitz an der Steuerung fest. Nach und nach meldete jeder, dass er angeschnallt war.
Erst danach löste Carl das Programm für die Drehung der Moonshuttle-1 aus. Jan gab sich die größte Mühe, alles mitzubekommen, was die Mannschaft tat. Nach einigen ereignislosen Tagen geschah jetzt endlich wieder etwas, das für die Schiffsnavigation im All typisch war. Für einen kurzen Moment erfasste ihn ein leichter Schwindel, als die Korrekturdüsen ansprangen und das Schiff ganz allmählich in die gewünschte Position drehten.
Nach zehn Minuten war es bereits vorbei und Carl gab Entwarnung:
»So, das war es schon. Wir zeigen nun mit dem Heck auf den Mond und können jederzeit mit dem Bremsmanöver beginnen. Wir haben jetzt noch ein paar Stunden Zeit. Legt bitte eure Raumanzüge an und nehmt auf den Konturliegen Platz. Ich schlage vor, dass wir eine sechs-stündige Schlafperiode einhalten, damit wir für die Landung ausgeruht sind.«
Sie halfen sich gegenseitig beim Anlegen der Ausrüstung und fanden die Anzüge nach den Tagen in der Bordkombination sehr unbequem.
»Ich glaube nicht, dass ich in diesem Ding jetzt schlafen kann«, sagte Isabella zu Jan, der auf der Konturliege neben ihr lag.
»Ich kann es mir auch nicht vorstellen.« Er griff mit einer Hand nach Isabellas Hand, die er wegen der Steifheit des Anzugsärmels fast nicht fassen konnte. »Ich bin viel zu aufgeregt bei dem Gedanken an die bevorstehende Landung.«
»Seid jetzt bitte ruhig und haltet euch nicht mit Gesprächen künstlich wach«, mahnte Carl. »Ich brauch die Ruhe jetzt, denn es wird in einigen Stunden noch kompliziert genug – trotz der Computerunterstützung.«
Obwohl sie es nicht geglaubt hatten, waren sie doch innerhalb von wenigen Minuten fest eingeschlafen. Als das Signal ertönte, das ihnen mitteilte, dass es nun Zeit sei, wieder aufzuwachen, waren sie alle überrascht, dass sie tatsächlich geschlafen hatten.
Lisa war als Erste wieder voll einsatzbereit und verließ ihre Liege. Mit einem eleganten Schwung glitt sie zur Navigationskonsole hinüber und nahm ein paar Messungen vor.
»Die Mondbasis hat uns ihre Werte permanent über Funk übermittelt«, erklärte sie den Studenten. »Unser Computer hat die Daten entgegengenommen und daraus ein laufendes Szenario für das Bremsmanöver entwickelt. So wie es aussieht, wird es in knapp zwei Stunden so weit sein. Für den exakten Zeitpunkt bekommen wir einen Countdown.«
»Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie dieser riesige Vogel auf dem Mond landen soll«, sagte Yves Dolbert. »Früher hatte man dazu kleine Landefähren und das war schon schwierig genug.«
Carl nickte. »Mit den kleinen Fähren konnte man nicht die Mengen an Material auf den Mond bringen, die für den Bau und den Betrieb einer Mondstation erforderlich sind. Dazu bedarf es größerer Kaliber, wie zum Beispiel dieses Shuttle hier. Die Moonshuttle-1 wurde eigens dafür konstruiert, direkt auf dem Mond landen zu können. Wir werden uns – sobald wir in unmittelbarer Nähe des Landeplatzes sind – quasi auf unser Heck stellen, damit wir mit dem Haupttriebwerk nach unten feuern können.«
»Aber das ist doch eine ungeheuer instabile Geschichte«, wandte Gina ein. »was geschieht, wenn das Shuttle kippt?«
»Wenn das geschähe, wäre es eine Katastrophe«, meinte Carl. »es wird jedoch nicht geschehen, weil wir noch unsere Steuerdüsen haben, die wir auch verwendet haben, um das Schiff zu wenden. Sobald wir das Schiff aufrichten, wird es bis zur Landung durch die Steuerdüsen in der Waage gehalten.«
Die Zeit bis zum Einleiten der Zündung für das Bremsmanöver verging wie im Fluge. Jan spürte nach Tagen absoluter Schwerelosigkeit wieder das Mehrfache seines eigenen Körpergewichts. Es kam ihm schlimmer vor als beim Start von der Erde. Als ihm schon fast schwarz vor Augen wurde, ließ der Druck so unvermittelt nach, wie er begonnen hatte.
Jan atmete bereits auf, doch Lisa rief sofort: »Das war es noch nicht alles, Leute! Bleibt unbedingt angeschnallt!«
»Zweite Zündung in zwanzig Sekunden!«, gab Carl bekannt. »Wir haben fünf solcher Sequenzen, bevor wir das Schiff aufrichten müssen.«
Das Triebwerk brüllte wieder auf und sie wurden tief in ihre Lager gepresst, unfähig sich zu bewegen. Das Atmen wurde zur Qual. Jedes Mal, wenn es zu viel zu werden drohte, erhielten sie eine kleine Erholungspause.
Jan hob seinen Kopf ein wenig, um sehen zu können, was die anderen machten, aber es schien, als litten sie genauso wie er. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Carl zusammen mit Lisa an der Steuerung arbeitete. Er bewunderte diese Raumfahrer, die nach dieser Tortur sofort voll einsatzbereit waren. Sie verhielten sich, als würden ihnen die Strapazen des Bremsmanövers überhaupt nichts ausmachen.
Nach den Manövern begannen Carl und Lisa mit dem Aufrichten des Fliegers. Minutenlang erfüllte ein ständiges Kreischen der verschiedenen Triebwerke die Schiffszelle. Ganz allmählich stellte sich ein Gefühl für oben und unten ein, auch wenn das gefühlte Eigengewicht sehr gering war.
»Wer Lust hat, kann zu mir an die Steuerung kommen«, verkündete Carl. »Es ist aber nicht ganz ungefährlich. Sollte es noch zu einer kurzfristigen groben Korrektur kommen, werdet ihr euch einige Prellungen holen können.«
Jan und Isabella sahen sich kurz an, lösten dann ihre Gurte und schwebten zu Carl hinüber, der sie ansah, als wenn er nichts anderes erwartet hätte. Er deutete auf eine Metallschiene, die rund um den Steuerstand führte. »Macht euch an dem Ring dort fest.«
Er fasste mit beiden Händen zwei Joystick-ähnliche Griffe. »Dann wollen wir mal. Jetzt beginnt der Eiertanz.«
Auf mehreren Monitoren war bereits die Mondstation zu sehen – zwar noch weit entfernt, aber sie war deutlich zu erkennen. Daneben lag der Landeplatz, der offenbar ihr Ziel war. Einer der Monitore zeigte eine starke Vergrößerung der Szene mit einem Fadenkreuz darauf, welches sich leicht hin- und herbewegte. Carl arbeitete konzentriert an der Steuerung und man konnte sehen, wie jede der Bewegungen Carls das Fadenkreuz auf dem Monitor verschob.
An der Unterkante des Bildschirms veränderten sich laufend Zahlenkolonnen für Treibstoffmenge, Schubkraft, Distanz und relativer Geschwindigkeit zur Oberfläche.
Ein Lautsprecher erwachte zum Leben und eine Stimme ertönte: »Hier Landeanflugkontrolle der Akademie. Moonshuttle-1, bitte führen Sie eine Horizontalkorrektur von vier Grad, relativ zum derzeitigen Zielvektor durch. Richtung: 272 Grad Nordnordwest. Sie kommen zu schräg ins Landegestell.«
Jan sah, dass sich auf Carls Stirn ein paar Schweißperlen zeigten.
»Scheiße!«, entfuhr es Carl. »Diese verdammte Software hat immer noch dieses Problem. Sie haben uns versichert, dass sie es in den Griff bekommen hätten. Ich könnte diesen Sesselfurzern die Köpfe abreißen!«
Carl arbeitete nun hektisch an seiner Steuerung. »Lisa! Ich halt das Shuttle auf dieser Höhe! Versuch eine Horizontalkorrektur mit den Hilfsdüsen!«
»Du weißt, dass das Probleme mit der Lage geben kann«, wandte Lisa ein.
»Keine Diskussion! Mach diese verdammte Korrektur! Ich kümmere mich schon um die Lage!«
»Manuell?«, fragte Lisa zweifelnd.
»Nun mach endlich!«, zischte Carl. »Wir müssen da runter. Wie sieht es mit dem Treibstoff aus?«
»Brennstoffende in siebzig Sekunden!«, rief Zhen Chien. »Lisa, es wird jetzt eilig!«
»Ich mach ja schon!« Sie drückte ein paar Knöpfe. Danach griff sie ebenfalls nach Steuerknüppeln, die genauso aussahen wie die, an denen Carl arbeitete.
Jan war nicht wohl in seiner Haut. Nervös sah er Isabella an und erkannte, dass sie ebenso empfand. Sie begriffen, dass hier etwas geschah, das so nicht beabsichtigt war. Carl und Lisa kämpften verbissen um die Fluglage und den Neigungswinkel des Shuttles. Das ganze Schiff erzitterte und vibrierte unter der ungewohnten Belastung.
»Was ist mit dem Schiff?«, fragte Pelle besorgt. »Kann die Zelle reißen?«
Carl und Lisa waren so beschäftigt, dass sie nicht antworteten.
Jan blickte auf den Monitor und sah, dass sich das Fadenkreuz nun ganz langsam auf das Zentrum des inzwischen gut erkennbaren Landegestells verschob. Schließlich war es exakt darüber. Carl nickte Lisa zu und stieß pfeifend seinen Atem aus. »Jetzt runter mit dem Baby.«
»Moonshuttle-1!«, tönte es aus dem Lautsprecher. »Achten Sie auf Ihre Lage! Sie könnten das Landegestell beschädigen.«
»Du kannst mich ...!«, brüllte Carl. »... diese Landegestelle könnt ihr sowieso jedes Mal vergessen, wenn wir wieder abgehoben haben. Ich mache mir mehr Sorgen um das Shuttle!«
Es war ihm gleich, ob man ihn auf dem Mond über die Funkstrecke hören konnte.
»Ihr habt es gleich«, sagte Zhen Chien, der die Bemühungen der Beiden an seinem Bordradar verfolgte. »noch etwas mehr Schub auf das Haupttriebwerk. Wir kommen noch etwas zu schnell rein.«
»Schnell Jan! Den blauen Regler vor dir auf Siebenhundertfünfzig stellen!«, rief Carl.
Jan glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Der Kommandant des Shuttles spannte ihn – einen absoluten Neuling – in den Landevorgang ein. »Was ... ich?«
»Träum nicht!«, brüllte Carl ihn an. »Ich hab keine drei Hände und Lisa auch nicht! Es kommt auf jede Sekunde an! Siebenhundertfünfzig! Sofort!«
Jan griff erschrocken nach dem Regler und drehte ihn in die gewünschte Position. Sogleich dröhnte das Haupttriebwerk lauter und das Zittern des Schiffes wurde stärker.
»Vor dir befindet sich ein Monitor, Jan«, sagte Carl – nun etwas entspannter. »Isabella, lies ihm bitte ständig die Werte der relativen Geschwindigkeit vor. Jan, du behältst die Hand am Regler. Wir müssen mit weniger als einem Meter pro Sekunde ins Landegestell. Mehr schaffen die Hydraulik-Puffer im Landegestell nicht. Nicht bei unserer Masse. Also gib mehr Gas, wenn wir schneller werden und nimm es weg, wenn wir zu steigen drohen. Wir kümmern uns um die Fluglage und den Zielpunkt.«
Gina, Pelle, Nelson, Robert und Yves schnallten sich ab und kamen herüber, um sich anzusehen, wie die anderen es anstellten, das Shuttle zu landen. Die Nervosität und Spannung an Bord war förmlich greifbar.
»Noch hundert Meter bis zum Grund«, gab Zhen bekannt.
»Geschwindigkeit drei Meter!«, rief Isabella.
Jan drehte mit schweißnassen Fingern am Regler und erhöhte die Leistung des Triebwerks.
»Ein Meter pro Sekunde!«, gab Isabella an. »Pass auf Jan, gleich steigen wir.«
Jan drehte den Regler hin und her, um ein Gefühl für die Auswirkungen seiner Tätigkeit zu bekommen.
»Brennstoffende in 30 Sekunden!«, rief Zhen.
Langsam bekam Jan ein Gefühl für die Treibstoffregelung.
»Gut Jan«, sagte Isabella. »Wir sind jetzt konstant knapp unter einem Meter pro Sekunde.«
»Das reicht nicht!«, rief Zhen. »Wir sind zu hoch! Uns geht der Sprit schon vor dem Aufsetzen aus!«
»Festhalten!«, rief Carl. »Das wird jetzt ungemütlich!«
Jan starrte auf den Regler in seiner Hand und die Zeit schien mit einem Mal stillzustehen. Fieberhaft überlegte er und tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Die Moonshuttle-1 würde abstürzen - soviel stand fest. Es würde kein harter Absturz werden, aber sicherlich würde sie nicht wieder starten können. Gab es eine Möglichkeit, die Katastrophe doch noch zu verhindern? Jan wusste nicht, warum er es tat, aber er drosselte die Triebwerksleistung, sodass das Shuttle immer schneller wurde und sich der Mondoberfläche näherte.
»Was tust du?«, fragte Isabella entsetzt, aber Jan war zu beschäftigt, um darauf zu antworten. Carl versuchte, ihn zu greifen und vom Schubregler wegzuziehen, doch Jan wich ihm geschickt aus. Seine Gedanken waren mit einem Mal absolut klar. Der Treibstoff wäre knapp 30 Meter über Grund verbraucht. Auf der Erde hätte er sicher keine Chance, einen Absturz zu verhindern. Doch auf dem Mond könnte es klappen. Hier herrschte nur ein Sechstel der Erdschwerkraft. Nur zwei Sekunden vor dem Aufschlag drehte er den Regler auf volle Leistung und ließ das Triebwerk mit voller Last arbeiten. Der gesamte restliche Treibstoff wurde in einem einzigen Augenblick verbrannt. Das Triebwerk verursachte einen ohrenbetäubenden Lärm. Dann – im nächsten Moment – wurde es ruhig. Der Treibstoff war verbraucht.
Das Shuttle schüttelte sich und es gab einen mörderischen Ruck, der alle Besatzungsmitglieder durcheinanderwirbelte. Jan schlug mit der Stirn auf das Kontrollpult und zog sich eine blutende Schramme zu.

Carl, der bei dem Ruck zu Boden gefallen war, sprang wieder auf und starrte auf die Konsole.
»Das gibt es doch nicht!«, entfuhr es ihm. »Wir sind gelandet!«
Er drehte sich zu Jan um. »Junge, du hast ein Shuttle auf dem Mond gelandet!«
Er ging auf Jan zu und umarmte ihn. »Das war eine tolle Leistung! Wie bist du nur auf die Idee gekommen, den gesamten Resttreibstoff auf einmal einzusetzen?«
Jan überlegte. »Ich weiß nicht. Ich hatte im Kopf überschlagen, dass es nicht reichen würde. Da dachte ich, dass es klappen könnte, den Rest des Treibstoffs mit einem Schlag einzusetzen, zumal wir ja doch sehr nah am Ziel waren.«
Die anderen begriffen allmählich, was sich da in den letzten Minuten abgespielt hatte. Gratulationen hagelten auf Jan ein, dem es sichtlich peinlich war. Seine Knie zitterten und er hatte nicht das Gefühl, etwas Besonderes geleistet zu haben.
Carl legte ihm eine Hand auf die Schulter. »Wir sind uns aber sicher einig, dass es mehr Glück als Verstand war, dass es geklappt hat, nicht wahr?«
Jan nickte. »Klar. Aber auch, wenn ich es nicht versucht hätte, wären wir abgestürzt. Es war voreilig und eine Bauchentscheidung - aber es hat funktioniert ...«
»Hier Mondbasis!«, tönte es wieder aus dem Lautsprecher. »Welcher Idiot ist für die Landung des Shuttles verantwortlich? Das Landegestell und die Plattform sind durch den unkontrollierten Triebwerkseinsatz stark beschädigt worden. Das wird ein Nachspiel haben!«

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Nächster Teil des Fortsetzungsromans "Die Akademie"

29.10.2017 - 00:00 Uhr

Der 25. Teil trägt den Titel "Der Rendezvous-Punkt-Test". Mathematik ist für einen Raumfahrer existenziell. Ich wünsche viel Spaß!

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