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Allgemeines

Meine kleine persönliche Kamerahistorie

Eines meiner liebsten Hobbys ist die Fotografie. Schon als Jugendlicher war ich davon fasziniert, Personen und Dinge abzulichten, um sie später als Fotoabzug in den Händen halten zu können. Problematisch war natürlich, dass dieses Hobby grundsätzlich teuer war und mir eigentlich immer das Geld dafür fehlte. Die Kosten für die Entwicklung und die Abzüge der Bilder sprengten gerne schon mal mein Taschengeld-Buget. Vielleicht liegt es gerade auch daran, dass ich mich eigentlich nie von Kameras trennen kann, die ich einmal besessen habe - selbst, wenn sie überhaupt nicht mehr funktionieren.

Agfamatic PocketDie erste Kamera, die ich selbst besaß, war eine Agfamatic Pocket und sie war auch genau das: Eine Taschen-Kamera. Sie bestand aus einem relativ robusten Kunststoffgehäuse und die Linse war durch dieses Gehäuse komplett geschützt. Um Fotos zu machen, konnte man das Gehäuse ein Stück auseinander ziehen, durch den schrecklich ungenauen Sucher blicken und den Auslöser drücken. Einstellungen irgendwelcher Art konnten nicht vorgenommen werden. Die Linse war recht lichtschwach, so dass Aufnahmen in geschlossenen Räumen nur mit Hilfe eines so genannten Blitzwürfels gemacht werden konnten. Als Film diente eine 110er Pocket-Film-Kassette mit 16 Aufnahmen. Die Winzigkeit des Negativstreifens bedingte daher in Verbindung mit der sehr einfachen Optik auch nur sehr durchschnittliche Schnappschussaufnahmen. Dieser Kameratyp hatte sich nie wirklich durchgesetzt und verschwand nach wenigen Jahren wieder spurlos vom Markt. Ich persönlich habe dieser Tatsache eigentlich nie auch nur eine Träne nachgeweint. Ärgerlich ist nur, dass dieses Gerät nicht mehr vorhanden ist und in meiner Sammlung daher fehlt.

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Fortsetzung der Kamerahistorie - Zehn Jahre später

Inzwischen sind wir fast zehn Jahre weiter und die Fotografie ist noch immer eines meiner liebsten Hobbys. Meine Lumix Bridge-Kamera existiert noch immer und sie funktioniert auch noch immer. Ich muss gestehen, dass ihr die zehn Jahre, seit ich sie gekauft habe, auch sehr zugesetzt haben. Einige wirklich unangenehme Dinge musste sie über sich ergehen lassen, und man sieht ihr den Gebrauch auch inzwischen an.
Aber wenn man bedenkt, dass sie mehrfach hart gegen Wände oder beim Wandern gegen Felsen gestoßen und einmal aus Unachtsamkeit aus einer Höhe von 1 1/2 m ungebremst auf einen Betonboden gefallen ist und das - abgesehen von einigen Macken im Gehäuse - ohne Schaden überstanden hat, ist das schon toll. Weder die Linse, noch Elektronik oder Objektivmechanik zeigten anschließend irgendwelche Probleme.



Bildergebnis für lumix tz22Anders verhielt es sich mit den weiteren Kameras meiner Frau. Auch sie hatte ihre Lumix, aber es war eine Kompakt-Kamera. Zunächst hatte sie ihrer Canon Ixus II noch nachgetrauert, aber in Ermangelung von verfügbaren Filmen blieb ja auch nichts anderes übrig, als auf ein aktuelles Modell umzusteigen.
Im Laufe der Zeit benutzte sie insgesamt drei solcher Lumix-Kompaktkameras unterschiedlicher Qualität und Ausstattung, und das hatte seine Gründe.

Sollte ein Leser mit dem Gedanken spielen, sich eine Lumix-Kompaktkamera zu kaufen, möchte ich ihm an dieser Stelle davon abraten.

 

Diese Geräte verfügen in der Regel über eine recht ansprechende Ausstattung und werden noch heute meist mit Leica-Optiken ausgeliefert. Die Bildqualität ist auch sicher nicht der Grund dafür, dass ich diese Kameras heute nicht mehr empfehlen kann. Auch die Leistungsfähigkeit des Zoom-Objektivs, die Elektronik, Bildverarbeitung und Anschlussmöglichkeiten sind großartig. Die Bilder sind in der Regel scharf, haben kräftige, natürliche Farben und nur äußerst geringe Randverzeichnungen. Die letzte Lumix, die sich meine Frau gekauft hatte, verfügte über eine Sensorauflösung von 16 Megapixeln, 12x optischen Zoom und GPS-Modul, das den Ort der Aufnahme gleich in die JPG-Datei speicherte. Es war sogar möglich, die Bilder als RAW-Formate aufzunehmen, was bei diesen Kompakten nicht selbstverständlich ist. Es klingt also bisher nach einer begeisterten Lobhudelei. Es war auch so gemeint.


Aber spätestens, wenn die Garantie bereits abgelaufen ist, stellt man irgendwann fest, dass sich unerklärliche Flecken auf den Bildern befinden - meist auf allen Bildern an derselben Stelle. Zunächst denkt man an Verunreinigungen auf der Linse, doch auch gründliches Reinigen hilft nicht. Das Problem liegt nämlich woanders: in der Kamera. Durch das ständige Ein- und Ausfahren des Objektivs dringen irgendwann kleine Schmutzpartikel durch die Objektivdichtung ins Innere der Kamera und setzen sich auf den Bildsensor.
Ich möchte betonen, dass diese Beobachtung kein Einzelfall ist. Wir hatten das Problem bei allen drei Kameras und mehrere Freunde von uns, die ebenfalls Lumix-Kompaktkameras besaßen, berichteten uns dasselbe. Das Problem zieht sich also durch sämtliche Modellreihen dieser Kompakten. Bridge- und Spiegelreflexkameras sind davon nicht betroffen.
Die Frage ist nun: Was kann ich tun, um meine verdreckte Kamera wieder ohne Beeinträchtigungen benutzen zu können?
Der Hersteller rät dazu, die Kamera einzusenden, um sie fachmännisch reinigen zu lassen. Ein Freund von uns hat das getan, dafür 70 Euro bezahlt und hatte nach einem Jahr das Problem erneut.
Wir waren nicht bereit, so viel Geld zu zahlen, vor dem Hintergrund, dass es sich nicht um eine einmalige Sache handelt. Ich riskierte schlichtweg, eine drastische Methode zu wählen, die unter Umständen die Kamera völlig ruiniert hätte. Ich kaufte mir im Baumarkt in der Sanitärabteilung einen kurzen Rohradapter, wie er z. B. bei Waschtischen im Bad zum Einsatz kommt. Dieses Rohrstück passte exakt über das Objektiv der Kamera. Ich bastelte mir daraus einen Adapter für unseren Staubsauger, fuhr das Objektiv voll aus, stülpte den Adapter über das Objektiv und entfernte Akku und Speicherkarte. Das Batteriefach ließ ich offen stehen.
Anschließend ließ ich den Staubsauger mehrere Minuten mit 2000 W laufen.
Es funktionierte. Anschließend war auf den nächsten Fotos kein Fleck mehr zu sehen. Leider treten diese Flecken nach kurzer Zeit wieder auf, sodass das Procedere immer häufiger wiederholt werden muss. Und im Urlaub hat man in der Regel keinen Staubsauger zur Hand. Es ist nichts ärgerlicher, als beim Fotografieren dann die Gewissheit zu haben, dass die schönen Urlaubsfotos irgendwann wieder an auffälligen Stellen Flecken aufweisen.
Überlegt euch also, ob ihr das wollt.

 

Über die Jahre stiegen auch die Ansprüche, die meine Frau an eine Kamera stellt. So griff sie in der letzten Zeit immer häufiger zu meiner Lumix DMC-FZ50 Bridge-Kamera und fotografierte damit. Sie war damit reif für den nächsten Schritt. Leider hatte sie sehr exakte Vorstellungen davon, was sie wollte - und das waren - ich muss das leider sagen: Karierte Maiglöckchen.
Es sollte möglichst eine kleine kompakte Kamera sein, mit den Möglichkeiten einer großen Kamera und natürlich musste sie einen Sucher haben, den die Hersteller bei Kompakten schon vor Jahren quasi abgeschafft haben. Ich muss gestehen, dass für mich auch keine Kamera infrage kommt, die nicht über einen Sucher verfügt. Habt Ihr schon mal an einem sonnigen Tag eine Aufnahme mit dem Sonnenlicht gemacht? Und habt Ihr dabei auch nur einen Hauch dessen auf dem Display erkennen können, was Ihr fotografieren wolltet? Genau aus diesem Grunde braucht es einen Sucher.
Leider müsste man sich die Kamera, die sich meine Frau vorstellte, selbst backen - oder man müsste so viel Geld in die Hand nehmen, dass es in der Kasse richtig wehtut.


Ich habe lange gesucht, und es gab durchaus Modelle - beispielsweise von Nikon - die einen ausfahrbaren Sucher besaßen. Beim Händler riet man mir aber ab, weil es häufiger Ärger mit dem Sucher gegeben hatte. Nun, es ist halt ein bewegliches Teil, elektronisch und durch einen kleinen Motor betrieben. So etwas ist anfällig.
Entschieden habe ich mich am Ende für einen Kompromiss. Es gibt inzwischen Kameras mit einem vergleichsweise kleinen Gehäuse im Retro-Stil. Es muss auch nicht immer Canon, Nikon oder eine andere Edelmarke daraufstehen. Ich entschied mich für die Fujifilm X-T10, eine für eine Frauenhand recht handliche, spiegellose Systemkamera. Von Hause aus wird sie mit einem 16-55 mm Zoom-Objektiv ausgeliefert, das den Weitwinkel bis Kurz-Tele-Bereich gut abdeckt. Für die längeren Brennweiten ist die Anschaffung eines weiteren Objektivs erforderlich. Das ist aber auch der einzige, bisher erkennbare Nachteil. Im Übrigen ist es eine aktuelle, moderne Kamera im Retro-Stil, mit Metallgehäuse (Magnesium) und allen relevanten Einstellungen direkt über Stellräder am Gehäuse. Ich habe bisher noch absolut nicht alle Möglichkeiten dieser Kamera ausloten können, die ersten Eindrücke haben uns jedoch schon begeistert.
Zu gegebener Zeit werde ich von unseren Erfahrungen mit diesem Gerät hier berichten.

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