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Interview auf der Website "jekranta.jimdo.com"

Vor einiger Zeit erhielt ich Kontakt zu einer Gruppen von drei jungen Frauen, die allesamt viel lesen. So rezensierten sie mein Buch "Iloo - die andere Welt" bei Lovelybooks. Dadurch wurde ich auf sie aufmerksam, und es entstand ein Mailkontakt, in dem eine der drei mit mitteilte, dass sie auch einen eigenen Bücherblog hätten, wo sie über alle Bücher ausführlich berichten, die sie lesen. Ich wurde gefragt, ob ich Interesse hätte, an einem Interview teilzunehmen. Ich stimmte zu, und seit ein paar Monaten ist dieses Interview auf ihrer Website zu lesen.
Ich erlaube mir, es ebenfalls auf meiner Website zu posten, da es doch viele Dinge, die andere über mich wissen möchten, gut zusammenfasst.

 

Lieber Michael,

vielen Dank für dein Interesse an unserem Interview teilzunehmen. Wir freuen uns sehr darüber und darauf, dich besser kennenlernen zu dürfen. Nun darfst du dich unseren Fragen stellen.

 

1) Erzähl uns doch mal ein bisschen über deinen Arbeitsalltag. Ist die Schriftstellerei deine Hauptbeschäftigung oder gehst du noch einem anderen Beruf nach? Wann findest du Zeit und Energie zum Schreiben?

Man muss hier vermutlich klar zwischen einem Schriftsteller, der von seiner Schreiberei leben kann oder muss, und einem Autor unterscheiden. Ich bezeichne mich eigentlich eher als einen Hobbyautor, der das Schreiben liebgewonnen hat, und dessen bevorzugtes Hobby das Schreiben geworden ist. Mein Beruf sieht vollkommen anders aus. Ich bin seit vielen Jahren bei einem Träger der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung tätig, habe seinerzeit Sozialversicherung an der FH des Bundes in Berlin studiert und zwanzig Jahre lang Renten für Beschäftigte in EU-Ländern berechnet. Das ist nicht unbedingt das, was die schreiberische Kreativität fördert. Vielleicht war es aber auch das, was mich letztlich dazu gebracht hat.
Seit 15 Jahren arbeite ich allerdings mittlerweile im Rechenzentrum meiner Behörde und bin dort für Installationsmanagement und Support zuständig. Wenn ich ehrlich bin, füllt mich das mehr aus, als die trockenen Beamtentätigkeiten in meiner früheren Abteilung.
Das Schreiben von Geschichten spielt sich in der Regel an den Abenden ab, wenn ich zu Hause den Stress des Tages abgeschüttelt habe und dann die Gelegenheit habe, meine eigene Fantasie in die Texte fließen zu lassen. Das geht natürlich nicht immer, denn ich bin verheiratet und genieße es natürlich, mit meiner Frau zusammen zu sein. Aber wenn sie am Abend darauf besteht, sich TV-Serien anzuschauen, die mich als Mann überhaupt nicht interessieren, ziehe ich mich gern in meine eigenen Welten vor dem Computer zurück.

2) Um was ging es bei deiner allerersten Geschichte, die du niedergeschrieben hast? Ist diese veröffentlich worden?

Das ist schon lustig. Als ich mit der Schreiberei begann, geschah dies nicht einmal in der Absicht, eine „Perle der Weltliteratur“ zu verfassen. Ich hab schon immer gern gelesen, und irgendwann bilden sich dabei durchaus eigene Ideen, die – wenn man sich nicht damit befasst – irgendwann verpuffen und verschwinden. Das wollte ich verhindern und beschloss, sie niederzuschreiben. So entstand quasi aus dem Nichts heraus eine zunächst richtig schlechte Kurzgeschichte mit dem Titel „Ein Tag wie jeder andere“. Ich überarbeitete sie mehrfach, bis sie irgendwann vor meinem eigenen, kritischen Auge bestand.
Es ging um das Implantieren von Interfaces in die Köpfe betroffener Menschen. Wem das jetzt bekannt vorkommt: Ja, es wurde später die Keimzelle zu meinem Roman „Fünfzig Tage im Mai“. Ich hatte nie versucht, einen Verlag für die Geschichte zu finden. Stattdessen publizierte ich später den kompletten Roman – allerdings leider nur im Selfpublishing.

3) Gibt es Situationen, die dich zu einem Buch inspiriert haben? Gerne kannst du uns auch Beispiele nennen.

Solche Situationen gibt es immer. Es fällt allerdings schwer, zu sagen, was mich im Einzelnen konkret inspiriert. Es kann ein Bild sein, wie beispielsweise in meinem Buch „Iloo – die andere Welt“. Mir schwebte durchaus schon ein Plot über Seelenwanderung vor, aber ich hatte noch keinen konkreten Aufhänger. Dann sah ich das fantastische Foto, auf dem in Nahaufnahme ein Katzenauge den Betrachter eindringlich ansieht – und es war klar, dass es Katzenabkömmlinge sein müssen, mit denen die Seele getauscht wird.
Bei „Fünfzig Tage im Mai“ war es ein Artikel über die Entwicklung einer lichtempfindlichen Zelle, die man blinden Versuchspersonen implantiert hatte. Die lichtempfindlichen Chips konnten mit dem Sehnerv gekoppelt werden und ermöglichten es den Versuchspersonen zum ersten Mal in ihrem Leben, hell und dunkel zu unterscheiden. Das ist weit entfernt von richtigem Sehen, aber es ist ein erster Schritt – und es ist auch ein erster Schritt in Richtung auf viel weitreichendere Nervenverknüpfungen. Die Idee war geboren.
Bei meinem Roman „Die Akademie“, in der es um den Werdegang eines jungen Mannes geht, der sich in den Kopf gesetzt hat, Raumfahrer zu werden, war es ebenfalls ein Bericht – und zwar über das sowjetische Raumfährenprogramm Buran, das sogar bis zum ersten unbemannten Start der Fähre vorangetrieben worden war. Die Mission wurde mit der erfolgreichen Landung in Kasachstan abgeschlossen. Leider brach die Sowjetunion danach auseinander und das Programm wurde eingestellt. Erst Jahre später, als mein Roman längst geschrieben war, fand man ein Schwesterschiff der Buran in der Wüste von Bahrein. Es kann heute im Technikmuseum in Speyer besichtigt werden. Leider hatte ich bisher keine Gelegenheit, das zu tun. Ich werde es jedoch ganz sicher irgendwann nachholen.

4) In dem Buch Iloo wacht der Hauptcharakter in dem Körper eines katzenartigen Wesens auf. Wenn du in einer anderen Welt aufwachen würdest, was für eine könntest du dir für dich vorstellen?

Oh, jetzt wird es richtig schwierig! Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich als Mensch in meinem menschlichen Körper sehr wohlfühle, würde mich ein Erlebnis dieser Art sicher gewaltig erschüttern. In dem Buch hatte ich den Hauptcharakter mit voller Absicht in einer Phase der Loslösung von Partner und Job in die fremde Welt stürzen lassen. Ich sah darin die einzige Möglichkeit, ihn sich auf die fremde Welt einzulassen. Bei mir wäre das anders. Ich bin kein Einzelgänger und stark – auch emotional – in Familie und Freundeskreis eingebunden. Eine Seelenwanderung in der Art, wie sie meinem Hauptcharakter passiert ist, würde mich ganz sicher komplett aus der Bahn werfen, und ich bezweifle, dass die Art der Welt, in der ich landen würde, dabei eine Rolle spielen würde. Könnte, bzw. müsste ich sie mir jedoch aussuchen, wäre es sicher eine menschliche Welt, in der nicht so viel Hass, Fanatismus und Selbstsucht existieren, wie auf unserer Erde. Ich weiß, es ist leider eine enorm utopische Vorstellung, aber es wäre die einzig wünschenswerte Welt für mich.

5) „Fünfzig Tage im Mai“ erzählt von Leuten, die ein „Interface“ in ihrem Kopf operiert bekommen um von zu Hause über eine virtuelle Bürowelt zu arbeiten. Wenn du einen Arbeitgeber hättest, der dir solch eine Idee unterbreitet, wie würdest du reagieren?

Die Frage hab ich mir selbst auch bereits gestellt. Ich habe in dem Buch die aktuelle Arbeitsmarktlage natürlich auf die Spitze getrieben. Schon heute ist es selbst für Hochschulabsolventen oft nicht einfach, einen adäquaten Job zu finden, und es geht ja nicht nur um Hochschulabsolventen. Das Problem, einen Job zum Broterwerb zu finden zieht sich seit Langem schon durch alle Bildungsschichten. Ob nun Sozialstaat oder nicht – man ist gezwungen, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Der wirtschaftliche und finanzielle Druck mag Arbeitnehmer zu Zugeständnissen zwingen, die uns heute noch unvorstellbar vorkommen.
Wenn ich mir vorstelle, man hätte mir diesen Vorschlag unterbreitet, läuft es mir eiskalt über den Rücken. Ich bin sicher, dass ich mir dieses Ding nicht in meinen Kopf einpflanzen ließe, selbst auf die Gefahr hin, meinen Job zu verlieren. Allein das Risiko, dass bei einem Eingriff am Hirn etwas geschieht, wäre viel zu hoch, um es für einen Job einzugehen. Hinzu kommt noch, dass mir eine unmittelbare Verknüpfung von Hirn und irgendwelchen Internetsubnetzen einfach unheimlich vorkäme.

6) Kannst du dir vorstellen, dass es eine Zukunft gibt, die dem Buch „Fünfzig Tage im Mai“ ähneln könnte (Menschen werden über technische Methoden manipuliert und für kriminelle Zwecke missbraucht…usw.)?

Leider kann ich mir das sehr gut vorstellen. Im Augenblick ist es sicher noch Zukunftsmusik, aber schon jetzt geht die technische Entwicklung denkwürdige Wege. Ich spreche hier von der Apple-Watch oder anderen sensorischen Apparaturen, die man am Handgelenk trägt und die fortlaufend bestimmte Vitaldaten erfassen. Verkauft wird uns das als wertvolles Fitness-Zubehör, und zu unserer eigenen Bequemlichkeit kann so ein Gerät die Daten gleich in einer Internet-Cloud ablegen. Von dort bis zu einer Übertragung der Daten an Rechenzentren von Versicherungsgesellschaften usw. ist es dann kein großer Schritt mehr.
Die permanente Erfassung von körperbezogenen Daten ist also inzwischen direkt an unserem Körper angekommen. Warum also nicht gleich Mikrosensoren implantieren? Selbstverständlich zunächst als Sicherheitstechnologie angepriesen, die jeden Menschen jederzeit gesundheitlich überwacht. Bei Herzanfall oder ähnlichen Dingen gibt es gleich einen Alarm in einer Zentrale, die natürlich auch gleich weiß, wo der Patient zu finden ist. Herrliche Welt. Werden dann noch die internen Nervenvorgänge endgültig entschlüsselt, sehe ich die Gefahr, dass die Vernetzung nicht mehr einseitig bleibt. Dass diese Gefahr durchaus konkret sein kann, lehrt uns die Erfahrung mit allen weltweiten Computernetzen, die man uns jahrelang als völlig sicher suggeriert hat. Wenn dann am Ende eines Netzwerks nicht ein PC, sondern ein Mensch steht ... Man denkt da besser nicht drüber nach.

7) Was wünschst du dir für deine Schriftsteller-Zukunft?

Nun, im Moment stehe ich ja noch mit beiden Beinen im Beruf und schreibe „nur“ zum Zeitvertreib. Aber ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste und kann mit meinen fast 59 Jahren zumindest am Horizont bereits meinen Ruhestand heraufziehen sehen. Für die Zeit danach stelle ich mir vor, mich verstärkt auf meine Schreiberei zu stürzen und Projekte, die ich noch im Kopf habe, intensiv und professionell anzugehen.
Ich wünsche mir also, dass mir meine Ideen nicht ausgehen, und ich es vielleicht schaffe, wenigstens eines meiner Bücher in Zukunft bei einem „echten“ Verlag unterzubringen. Ich werde dann die Zeit und Muße haben, das ganz entspannt in Angriff zu nehmen. Ich weiß, dass es mir nicht unbedingt gelingen wird, aber man muss auch noch Träume haben, für die es sich zu arbeiten lohnt.

8) Wie sehen deine nächsten Buchprojekte aus? Wird demnächst ein neuer Roman von dir veröffentlicht?

Ich habe in den vergangenen 15 Jahren einige Geschichten verfasst, die ich mir derzeit Zug um Zug vornehme, um sie zu überarbeiten. „Iloo“, „Fünfzig Tage im Mai“ und „Die Akademie“ sind inzwischen fertig, „Nano“, „Luna“, „Nachbarn in Stringwelten“ und „Korrekturen“ bedürfen noch intensive Nacharbeiten. Nach und nach werden diese Titel auch veröffentlicht werden. Eine zweibändige Kurzgeschichtensammlung mit völlig unterschiedlichen Geschichten wird bald über BoD erscheinen.
Es gibt allerdings auch noch ein aktuelles Projekt, das erst zu einem Drittel fertig ist. Es wird den Titel „Cuprum“ tragen und ein bodenständiger Science-Fiction-Roman werden. Die Geschichte spielt in einer Zeit, nur wenige Jahre in der Zukunft. Die planetaren Ressourcen sind weitgehend aufgebraucht – insbesondere das Öl versiegt. Es gab Kriege um die letzten Reste der Ölvorkommen, in deren Endphase eine vollkommen neuartige Waffe zum Einsatz kommt. Niemand weiß, wer sie eingesetzt hat. Fest steht nur, dass sie nach der Aktivierung vollständig außer Kontrolle geraten ist. Winzige Mikroroboter, so genannte Naniten, hatten den Auftrag, im Zielgebiet jegliches elementare Kupfer in unbrauchbare Kupfersalze oder Oxyde zu verwandeln. Diesem Auftrag kamen sie nach – jedoch so wirkungsvoll, dass sie sich über die Kontinente ausbreiteten und jegliche Technologie zerstörten, die auf Kupfer basierte. Stromleitungen, Computer, Autos, Flugzeuge ... nichts mehr funktionierte, und die Welt, wie wir sie kennen, brach auseinander. Eine kleine Inselgruppe im Atlantik jedoch – die Azoren – blieben von dieser Katastrophe verschont. Doch was können die wenigen Einwohner dieser kleinen Inselgruppe tun? Sollen sie warten, bis auch sie das Schicksal ereilt, oder haben sie gar den Schlüssel zur Beendigung der Krise?

Mehr möchte ich nicht verraten. Ich verspreche mir einiges vom Plot der Story, und wenn am Ende das dabei herauskommt, was ich mir heute vorstelle, wird dieser Roman vielleicht der erste sein, den ich Verlagen anbieten werde.

9) Was machst du noch gerne neben der Schriftstellerei? Gibt es ein Hobby, dass du hervorheben und uns darüber erzählen möchtest?

Bevor ich mit dem Schreiben begann, hätte ich auf die Frage nach meinem Hobby geantwortet: Fotografie.
Als ich noch auf dem Gymnasium war, sparte ich mir das Geld für eine Kamera zusammen, und schließlich besaß ich das Objekt meiner Begierde: Eine Rollei SL35 Spiegelreflexkamera mit diversen Wechselobjektiven. Damals ahnte noch niemand, dass es einmal so etwas wie Digitalfotografie geben würde, und ich nahm das Meiste auf S/W-Kleinbildfilm auf, den ich selbst entwickelte und in einer Dunkelkammer, zu der ich Zugang hatte, abzog. Fotografie war eine ganz große Leidenschaft, und auch heute greife ich gern zur Kamera. Heute ist es natürlich eine Digitalkamera, und ich liebäugle bereits mit einer neuen, weil meine alte, liebgewonnene Panasonic Lumix FZ50 Bridgekamera leider etwas in die Jahre gekommen ist. Aber ich will mich einfach nicht von ihrem Leica-Objektiv trennen, das mir schon fantastische Bilder geschenkt hat.
Neben dem Schreiben wird die Fotografie immer einen hohen Stellenwert bei mir behalten.

10) Welches - nicht von dir geschriebene - Buch würdest du Leseratten dringend empfehlen und warum?

Es ist natürlich schwer, eine Buchempfehlung abzugeben. Geschmäcker und Vorlieben der Leser variieren extrem, und was einem Leser gefällt, wird ein anderer langweilig empfinden. Aber da es verlangt wird, will ich es versuchen.

Ich bin ein absoluter Fan des Schriftstellers Andreas Eschbach und seinen Werken. Wer den Namen noch nicht kennt, wird sicher schon mal etwas vom "Jesus-Video" gehört haben. Ich habe im Laufe der Jahre vermutlich so ziemlich alles gelesen, was er geschrieben hat. Er wird gern als bedeutendster deutscher Science-Fiction-Autor gehandelt, aber das wird seinen Büchern nicht unbedingt gerecht. Zwar hat er einige Scifi-Romane geschrieben, widmet sich aber auch durchaus anderen Themen. Meine Vorliebe zu einer etwas bodenständigeren Sichtweise der Science-Fiction ist ganz sicher eine Folge des Einflusses seiner Bücher.

Unter anderem schrieb er eine Trilogie mit den Namen "Black*out", "Hide*out" und "Time*out". In Fankreisen ist sie als "Kohärenz-Trilogie" bekannt. Als ich sie las, war ich zunächst "geplättet", denn sie handelt letzten Endes vom "Zusammenwachsen" von Mensch und Computerchips und den Gefahren, die damit zusammenhängen. Er verwendete sogar dieselben Abkürzungen für die ersten Verknüpfungen mit dem menschlichen Hirn, die ich in meinem Buch "Fünfzig Tage im Mai" verwendet habe. Ich schaute sogleich nach, wann welches Werk entstanden war, denn mir kam der Verdacht, ich wäre vielleicht unbewusst von der Trilogie inspiriert worden. Erleichtert stellte ich jedoch fest, dass ich mein Buch 2008 in der Urform fertiggestellt hatte, ohne es jedoch zu publizieren. Eschbach veröffentlichte die Trilogie erstmals 2010. Ein absoluter Zufall also. Vor zwei Jahren hatte ich auf der Frankfurter Buchmesse Gelegenheit, mich mit ihm kurz zu unterhalten. Ganz sicher hatte er noch nie von mir und meinem Buch gehört.

Die Kohärenz-Trilogie also: Sie zeigt in der Art eines, über alle drei Bände gehenden, Thrillers die Gefahren auf, die entstehen können, wenn man menschliche Gehirne über technische Systeme verbindet. In der Geschichte werden Menschen durch die Nase spezielle Mikrochips auf den Riechnerv gepflanzt, die sich daraufhin mit dem Hirn verbinden. Die Chips benötigen extrem wenig Energie und kommen mit der körpereigenen Elektrizität aus. Sie sind über Mobilfunk mit einem Netzwerk verbunden und ihre Träger sind bald in der Lage miteinander per Gedanke zu kommunizieren. Was sich zunächst toll anhört, hat einen Haken. Ab einer bestimmten Menge menschlicher Hirne, die miteinander in Kontakt stehen, entsteht etwas völlig Neues. Die Individuen verschmelzen miteinander zu einem Überwesen - von sich selbst Kohärenz genannt. Ein Geist, verteilt über viele Körper. Was ein "Upgrader", wie die Mitglieder der Kohärenz genannt werden, sieht - sieht die Kohärenz. Was ein Upgrader weiß, weiß die Kohärenz. Dieses Intelligenz-Monster ist bestrebt, immer weitere Menschen aufzunehmen und zu integrieren. Es hat etwas von "Wir sind die Borg. Widerstand ist zwecklos!"

Natürlich gibt es noch immer Menschen, die sich der Kohärenz widersetzen. Allen voran Christopher Kidd, ein junger Mann, der vermutlich der beste Hacker der Welt ist - und der einmal ein Mitglied der Koharenz war. Sein Chip wies jedoch einen Defekt auf, der es ihm möglich machte, seine Individualität zu erhalten und den Chip nach Bedarf auszuschalten. Das Buch ist überaus spannend, technisch komplizierte Dinge werden auf eine Art erklärt, die sie selbst computerfernen Menschen verständlich werden lassen.

Ich bin selbst ein Mensch, der viel mit Computern zu tun hat, der schon immer gern an diesen Geräten gebastelt hat. Sowie damals PCs erschwinglich wurden, besaß ich einen. Sowie das Betriebssystem Linux besser wurde und Hardware besser erkannte, stieg ich darauf um. Ich war immer recht technikverliebt und viel zu schnell bereit, technischen Fortschritt als wünschenswert zu betrachten, dass ich diese Buchreihe als fundierte Gegenantwort verstand, zu einem Zeitpunkt, da ich selbst bereits zu zweifeln begonnen hatte, ob man wirklich alles tun muss, nur weil man es kann.

Hiermit bedanken wir uns für deine Antworten und wünschen dir alles Gute für deine weiteren schriftstellerischen Tätigkeiten. :-)

(Quelle: http://jekranta.jimdo.com)

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