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42 Spaziergang - Meteoriten

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9. Spaziergang

9.1 Meteoriten


Sie hatten erst ein wenig gefeiert, bevor sie sich auf ihre Aufgabe konzentrierten. Pelle hatte eine Flasche echten Sekt von der Erde in sein Gepäck geschmuggelt. Wegen der fehlenden Schwerkraft war es schwierig, das Getränk gleichmäßig in die Plastiktrinkflaschen zu verteilen, doch nach einiger Zeit schaffte er es.
»Dann lasst uns mal darauf anstoßen, dass wir als erste Menschen auf einem echten Asteroiden gelandet sind«, rief er aus und hielt seine Trinkflasche hoch. Die anderen stießen mit ihren Flaschen an und tranken aus ihren Trinkhalmen.
»Wann können wir denn nach draußen gehen?«, fragte Erkan Kaya. »Ich muss gestehen, dass ich ein Bisschen zwiegespalten bin in meiner Stimmung. Einerseits will ich gleich da raus und Bodenproben nehmen, andererseits ist mir etwas mulmig dabei, weil ich bisher noch nie mit einem Raumanzug ungeschützt im All war.«
»Wir werden den ersten Exkurs gut vorbereiten und sie werden auch nicht allein dort hinausgehen«, versprach Jan. »Das Schiff ist gut gesichert, also können auch wir mitkommen und ihnen zur Hand gehen.«
Kaya sah Jan dankbar an.
»Ich schlage vor, dass wir jetzt erst ein paar Stunden schlafen und dann mit den Außenarbeiten beginnen«, sagte Gina. »Wir sollten frisch und ausgeruht sein, wenn wir den Asteroiden erkunden.«
So sehr, wie sie alle darauf brannten, mit der Erforschung des Himmelskörpers zu beginnen, sahen sie jedoch ein, dass sie nichts überstürzen durften. Sie vereinbarten eine Pause von acht Stunden. Danach sollte es losgehen.
Gina gab einen kurzen Bericht zum Mond durch und schaltete den Sender ab.
Acht Stunden später brummte es in der Buran wie in einem Bienenhaus. Jeder griff sich seinen Raumanzug, der ihm bereits auf dem Mond angepasst worden war. Die Wissenschaftler stellten sich noch etwas ungeschickt an, während die Absolventen der Akademie bereits einige Routine zur Schau stellten.
Eva, Isabella und Jan liefen von einem Wissenschaftler zum anderen, um den korrekten Sitz der Verschlüsse und Versorgungsleitungen zu prüfen. Schließlich waren sie bereit für die erste Exkursion. Pelle griff die Sicherungsausrüstung, bestehend aus Spezialseilen, Karabinern und Haken und steckte sich das Werkzeug ein.
»Wozu müssen wir denn dieses ganze Zeug mitschleppen?«, wollte Stancu wissen. »Wir haben doch schon genug mit unseren Analysewerkzeugen zu tun.«
»Es wird ihnen sicherlich aufgefallen sein, dass dieser Asteroid nur eine äußerst geringe Schwerkraft besitzt«, meinte Eva. »Wenn wir uns nicht anseilen, wie es zu Hause die Bergsteiger tun, werden wir ins All treiben. Ich brauche nicht darauf hinzuweisen, was dann geschieht, oder?«
Stancu machte ein betretenes Gesicht. »Tut mir leid, ich hab nicht nachgedacht.«
Sie verteilten die Ausrüstung auf alle Teilnehmer der Exkursion und kletterten in die große Schleusenkammer der Buran. Es dauerte nicht lange und die Luft war abgepumpt. Gina bestand noch auf einem Sprechfunktest, erst danach wurde das äußere Schleusenschott geöffnet.
Sebastian Loma starrte hinaus und war enttäuscht. Man konnte fast nichts erkennen, so dunkel war die Oberfläche von 2006UB. »Das hab ich mir schon etwas spektakulärer vorgestellt. Man kann ja überhaupt nichts erkennen.«
»Wo soll das Licht auch herkommen?«, fragte Jan. »Die Sonne ist noch zu weit entfernt, um diesen Felsen auszuleuchten. Wir werden die Scheinwerferbatterien der Buran nutzen müssen.«
Er gab noch eine kurze Anweisung an Curt vanBuren, der sie bei dieser ersten Exkursion nicht begleitete. Er hatte ihm einige der wichtigsten Schaltungen erklärt und bat ihn nun um Licht für ihre Arbeit. Nur wenig später flammten die starken Scheinwerfer an der Unterseite und an den Seiten der Tragflächen auf und tauchten die Umgebung der Fähre in gleißendes Licht. Der Boden unter ihnen wirkte auf den ersten Blick wie eine kristalline Metalloberfläche. Zahllose glatte Flächen spiegelten das auftreffende Licht wider.
»Er scheint aus Metall zu bestehen«, meinte Kaya.
»Zumindest hier an dieser Stelle«, sagte Stancu. »Hoffentlich kommen wir mit unseren Bohrstählen hinein.«
»Das werden sie ja sehen«, meinte Jan und begann, die Leiter hinabzuklettern. Als seine Füße den Boden berührten, bemerkte er, dass die Magnetplatten unter seinen Schuhen Halt fanden. Der Boden schien Eisen zu enthalten. Das würde die Arbeit erheblich erleichtern, da sich nicht ausschließlich Seilschaften bilden mussten.
»Der Boden ist magnetisch!«, rief er den anderen zu. »Es wird daher eine einfache Sicherheitsleine ausreichen, die an dem Ring in der Schleuse festgemacht wird. Machen wir uns also an die Arbeit.«
Sie kletterten alle die Leiter hinunter und machten ihre ersten vorsichtigen Schritte auf dem Asteroiden. Als sie sicher waren, dass sie nicht ohne Weiteres den Kontakt zum Boden verlieren würden, wurden ihre Bewegungen entspannter und sie liefen im Bereich der Scheinwerfer herum.
»2006UB muss einmal sehr heiß gewesen sein«, meinte Sebastian Loma. »Der überwiegende Teil der sichtbaren Oberfläche ist kristallin.«
»Was auch einen hohen Reinheitsgrad postuliert«, ergänzte Stancu.
»Vielleicht sollten wir unser Bohrgestänge aufstellen«, schlug Erkan Kaya vor. »Mir wäre nämlich lieber, wir hätten bald ein paar Proben in unserem Labor an Bord der Buran.«
Sie begannen mit dem Aufbau der Ausrüstung. Nun waren es die Wissenschaftler, die den Ton angaben und die Besatzung der Buran machte die erforderlichen Handreichungen.
Jan blickte aus dem Lichtkreis der Scheinwerfer hinaus in die Dunkelheit. Nach einiger Zeit gelang es ihm, schwache Konturen zu erkennen. Die Oberfläche war nicht überall so flach und glatt wie an ihrem Landeplatz. In einiger Entfernung schien sich ein regelrechtes Gebirge aufzutürmen. Möglicherweise war der Boden nicht an allen Stellen so metallisch wie am Landeplatz. Vielleicht wurde noch eine weitere Exkursion notwendig, um an einer Stelle zu bohren, an welcher der Boden eine andere Beschaffenheit zeigte.
Für einen Augenblick hatte Jan plötzlich das Gefühl, ein kurzes Aufblitzen gesehen zu haben. Sicher war er sich jedoch nicht. Er starrte konzentriert in die Richtung, in der er das Licht bemerkt zu haben glaubte, doch es wiederholte sich nicht.
»Was ist Jan?«, fragte Isabella, die sich neben ihn stellte.
»Ich weiß nicht. Ich hab versucht, in der Dunkelheit etwas zu erkennen, als es dort hinten aufblitzte.«
»Bist du sicher?«, fragte Isabella.
»Erst war ich mir absolut sicher, aber jetzt zweifle ich schon an meinen Sinnen. Was soll dort schon aufgeblitzt sein? Hier ist doch nichts.«
Sie drehten sich zu den Wissenschaftlern um, doch sie hatten ihrem Gespräch nicht zugehört. Sie waren zu sehr damit beschäftigt, ihre Proben zu nehmen, was bei dem harten Boden nicht einfach war.
»Ich bin durch!«, rief Stancu aus. »Jetzt geht es schneller.«
»Wo seid ihr durch?«, wollte Pelle wissen.
»Die Eisenschicht ist nur wenige Zentimeter stark. Darunter befindet sich scheinbar normales Gestein.«
Isabella schaute erneut in die Dunkelheit hinaus.
Auf einmal hatte sie auch das Gefühl, es hätte irgendwo etwas aufgeleuchtet.
»Da!«, rief sie.
»Hast du es jetzt etwa auch gesehen?«
»Ja, dort hinten.« Sie deutete mit dem Arm in die Richtung.
Jan schaute in die Richtung und sah sofort einen weiteren Blitz. Er hatte auf einmal eine Idee. »Isabella, welches Datum haben wir?«
»Es ist heute der 18. November. Warum fragst du?«
»Ich fürchte, ich weiß, was wir dort draußen sehen«, sagte Jan. »und ich hab kein gutes Gefühl dabei. Mitte November kreuzt der Meteoritenschwarm der Leoniden die Bahnen von Erde und Mond. Zwar sind wir nicht mehr unmittelbar in diesem System, aber wir sind auch nicht weit davon entfernt. Wenn das, was wir gesehen haben, Meteoriten aus dem Schwarm der Leoniden sind, dann sind wir hier draußen in Gefahr. Diese Dinger haben sehr hohe Geschwindigkeiten.«
Pelle hatte einen Teil des Gesprächs mitbekommen. »Ist das euer Ernst? Wir befinden uns im Einflussbereich eines Meteoritenschwarms?«
In diesem Moment blitzte es an verschiedenen Stellen fast zeitgleich auf.
»Zurück ins Schiff!«, rief Jan und lief auf die Wissenschaftler zu, die ihm verständnislos entgegenblickten.
»Was soll das?«, fragte Loma. »Wir sind mitten in der Bohrung.«
»Meteoriten«, sagte Jan knapp. »der Leonidenschwarm sorgt ständig für Einschläge. Lassen sie alles stehen und liegen und folgen mir ins Schiff!«
»Wir können jetzt nicht einfach abbrechen«, wandte Loma ein.
»Verdammt noch mal! Wenn jemand von einem Meteoriten getroffen wird, ist es vorbei! Das sind Geschosse, die schneller fliegen als eine Gewehrkugel!«
Dieses Argument überzeugte auch die Wissenschaftler. Sie fügten sich und liefen zurück zur Leiter, die zur Schleusenkammer führte. Sie hatten sie fast erreicht, als ein größerer Meteorit fast an der Stelle einschlug, an der sie kurz vorher noch gestanden hatten. Wegen der fehlenden Atmosphäre spielte sich alles in absoluter Stille ab, jedoch konnten sie alle sehen, dass der Boden an der Stelle grell aufblitzte. Splitter von Metall flogen in alle Richtungen. Überall am Rumpf der Buran erschienen kleine Funken, die von Querschlägern des Einschlags herrührten. Hektisch versuchten sie, die Leiter zu erklimmen, um in die Sicherheit der Fähre zu gelangen. Fast hatten sie es geschafft. Als Letzter wollte Loma in die Schleusenkammer, als er plötzlich einen Schlag erhielt. Etwas hatte ihn von hinten getroffen. Durch die Verspiegelung seines Helmvisiers konnte man sein Gesicht nicht erkennen, aber man konnte sofort sehen, dass Blut nach außen spritzte und Gas aus dem Anzug austrat. Loma strauchelte und in den Helmkopfhörern hörten sie seinen ächzenden Atem.

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Die Akademie (49)

Nächster Teil des Fortsetzungsromans "Die Akademie"

30.09.2018 - 00:00 Uhr

Der 49. Teil trägt den Titel "Opfer der Leoniden Teil 1". Das Pech reißt nicht ab. Schon wieder gibt es ein Problem mit der Kommunikation und ein weiterer Außeneinsatz wird erforderlich. Ich wünsche viel Spaß!

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