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Kurzgeschichten

Das Ende der Einsamkeit

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Captain Lech Rositzky war ein besonnener Mann. Das war auch der Grund, warum man ihn und niemand Anderen für diesen Job ausgewählt hatte. Sein Schiff, die Deimos II, war eines der schnellsten überlichtschnellen Kampfraumschiffe, die die irdische Flotte zu bieten hatte. Trotzdem hatte Rositzky ein mulmiges Gefühl.
„Was ist, Lech?“, fragte Greg Palmer, sein Pilot. Die Beiden waren auch privat seit Jahren befreundet.
„Du machst so ein ernstes Gesicht?“
Lech schreckte aus seinen Gedanken hoch und sah Palmer an.
„Ich habe einfach ein komisches Gefühl bei der Sache. Wie lange betreiben wir jetzt Raumfahrt? Ich meine richtige, überlichtschnelle Raumfahrt?“
Palmer zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Vielleicht zwanzig – dreißig Jahre? Ich weiß nicht genau. Warum?“
„Wir haben in all diesen Jahren unzählige Sonnensysteme angeflogen und katalogisiert“, sagte Rositzky. „Niemals haben wir auch nur einen Hinweis darauf gefunden, dass es noch weiteres, intelligentes Leben im All gibt. Und dann plötzlich diese … was weiß ich. Niemand weiß, wie sie sich nennen, wie sie aussehen. Wir müssen uns auf die Auswertungen der Mathematiker verlassen. Hast du dir diese Leute mal angesehen? Die leben in einem Elfenbeinturm, kann ich dir sagen. Hast du schon mal versucht, dich mit ihnen zu unterhalten?“
Palmer schüttelte den Kopf. „Nicht über Mathematik.“
„Dann versuche das mal. Wenn du auch nur Etwas von dem verstehst, was sie erzählen, dann kannst du es mir ja erklären. Ich habe es aufgegeben. Wenn ich mir nun vorstelle, dass die gesamte Kommunikation mit den Fremden nur über die Berechnungen der Mathematiker lief und alles Wissen – wenn man es überhaupt Wissen nennen kann – nur aus den Berechnungen und Interpolationen der Mathematiker abgeleitet wurde, wird mir schlecht.“

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Betrogen

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Wütend warf ich die Zeitschrift, in der ich geblättert hatte, ohne sie zu lesen, auf den Fußboden. Ich war stinksauer. Es war auch mein gutes Recht, sauer zu sein.
Zum gefühlten tausendsten Mal griff ich nach dem kleinen Notizbuch, welches ich heute morgen unter einem Stapel Zeitungen auf meiner Couch gefunden hatte. Ich hatte mir nichts dabei gedacht und hatte es aufgeschlagen. Erst jetzt wurde mir klar, dass es sich dabei um Carolas Terminkalender handelte.
Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht wirklich ein neugieriger Mensch bin. Ich habe auch nur ganz ohne Grund darin herumgeblättert.
Verdammt! Was bin ich doch für ein Idiot gewesen! Rene! Carsten! - Mein Name ist aber Bernd!
Carola du verdammtes Aas, wie konntet du mich nur so hintergehen? Nur gut, dass du diesen Kalender bei mir vergessen hast! Drei Jahre waren wir zusammen gewesen. Drei Jahre, in denen ich geglaubt hatte, es könnte etwas aus uns werden - und nun DAS! Ich hatte sie geliebt, war sogar sicher gewesen, dass auch sie mich lieben würde. So sehr kann man sich irren. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass Carola ein doppeltes Spiel mit mir treiben würde. Doppeltes? Ha! Passender wäre wohl eher ein 'dreifaches' Spiel.

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Auf der Flucht

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Nico starrte konzentriert in die Dunkelheit. Seit einer Stunde befanden sie sich nun bereits auf der Flucht. Seine Augen versuchten, die Schwärze zwischen den Bäumen des Waldes zu durchdringen. Müde ließ er seinen Kopf wieder hinter der Deckung verschwinden.

 „Konntest Du etwas sehen?“, fragte Elena flüsternd.
 Nico schüttelte den Kopf, bis ihm einfiel, dass sie seine Geste bei den schlechten Lichtverhältnissen nicht erkennen konnte.
 „Es ist einfach schon zu dunkel“, sagte er.
 „Ob sie vielleicht aufgegeben haben?“, fragte Elena hoffnungsvoll.
 „Aufgegeben?“, fragte Nico mit sarkastischem Unterton, „Du kennst doch Sergej. Der wird nicht eher ruhen, bis er uns gefunden hat.“
 „Ich kann nicht mehr“, jammerte Meike.
 

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Ausgeliefert

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Der Himmel über diesem Planeten erschien bleigrau. Im Grunde wirkte er ständig so. Tim Cavanaugh fragte sich, ob es überhaupt andere Farben als Grautöne gab. Sein Blick wanderte zu der Wand, an der er für jeden Tag, an dem er auf dieser schrecklichen Welt wach wurde, einen Strich machte. Über ein Jahr lebte er bereits hier und noch immer hatte sich kein Suchkommando blicken lassen.
Tim streckte sich und zog seine löchrige Kombination an, die er zum Schlafen abgelegt hatte. Das Feuer in seiner Höhle war über Nacht heruntergebrannt und er musste sich trockenes Holz besorgen, falls er nicht frieren wollte. Er hoffte, dass sich wenigstens irgendein Tier in einer seiner Fallen verfangen hatte und er etwas zum Essen hatte. Er hätte durchaus auch im Wrack seines Aufklärers übernachten können, aber das erschien ihm zu riskant. Seit mehr als einem Jahr sendete der Notsender seines Fliegers ein Peilsignal aus, das es seinen Leuten eigentlich ermöglichen sollte, ihn zu finden, doch nie war ein irdisches Raumschiff über seinem Planeten erschienen. Nicht einmal eine Antwort auf seine Notrufe hatte er erhalten. Es war, als gäbe es überhaupt keine Menschen mehr.
Tim griff nach seinem Fernglas, das zur Notausrüstung seines Schiffes gehörte, und setzte es an seine Augen. In der Ferne sah er sein Schiff - oder besser das, was davon übrig geblieben war, nachdem ihm in letzter Minute eine harte Landung gelungen war. Er wagte es nicht, sich zu weit von der Absturzstelle zu entfernen, da noch immer Hoffnung auf Rettung bestand. Irgendwann mussten sie einfach kommen, um ihn zu holen.
Allerdings lauerte im Hintergrund auch die Angst, dass es nicht Menschen sein würden, die seinem Notsender folgten, sondern ein Schiff der Vri.

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Adler wollen fliegen

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„Ist die Ladung verstaut?“, fragte Pierre, den alle nur den „Träumer“ nannten. Niemand hätte vermutet, dass dieser – immer ein wenig abwesend wirkende- kleine Mann einer der wichtigsten Verbindungsleute zwischen den Drogenkartellen der amerikanischen Ostküste und den Opium-Liefernanten in Ostasien war. Nur die Wenigsten kannten die wahre Identität Pierres, der seine Dienste stets dem Meistbietenden anbot. Die Behörden in Europa und USA hatten schon häufig versucht, ihn zu erwischen, doch Pierre handelte nicht mit Drogen – er handelte vielmehr damit, die Verbindung zwischen Lieferanten und Kunden herzustellen.
„Es ist alles an Bord“, bestätigte Clark.
Pierre bezweifelte, dass Clark sein richtiger Name war, aber sein Kontakt hatte für ihn gebürgt, also ging das schon in Ordnung. Er hatte zum ersten Mal mit Clark zusammengearbeitet und seine sicherlich überzogene Forderung einer Anzahlung war anstandslos bezahlt worden.
Er blickte angestrengt über die Lichtung zum nahen Dschungel hinüber und wischte sich den Schweiß mit einem schmutzigen Tuch ab. Wie oft schon hatte er diese Reise gemacht und immer noch hasste er dieses Klima. Laos im Sommer war einfach die Hölle. Ein Blick auf die Uhr ließ ihn unruhig werden.
Ihre kleine Transportmaschine stand am Rande einer ausgedehnten Lichtung in der Nähe des Dorfes Houay Ped und hatte mit Sicherheit keine Berechtigung, hier zu stehen. Ganz im Gegenteil. Würden die laotischen Behörden ahnen, dass dieses Flugzeug hier stand, würde der Boden hier für sie ganz schnell sehr heiß werden.

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