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Leseproben

Leseprobe: Nano

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Nano1. Das Angebot

 

Tobias erwachte aus künstlichem Schlaf. Was war geschehen? Wo befand er sich? Er konnte sich nicht erinnern. Langsam schaute er sich um. Er lag in einem Bett – es war nicht sein Bett, es erinnerte eher an ein Krankenhausbett. Auch die übrige Ausstattung des spartanisch eingerichteten Zimmers deutete darauf hin, dass er sich in einem Krankenzimmer befand.
Tobias setzte sich auf, was ihm noch ein Bisschen schwer fiel, weil ihm schwindelig wurde. Als sein Kopf nach einigen Augenblicken etwas klarer wurde, bemerkte er, dass einiges an dem Krankenzimmer ungewöhnlich war. Es fehlte das heutzutage übliche Telefon. Auch ein Fernsehgerät fehlte.
Tobias wollte nach der Schwester klingeln und fragen, was mit ihm geschehen ist, doch auch ein Rufknopf für die Schwester fehlte. Nun wurde er langsam nervös. Er ließ sich vom Bett herunter gleiten und stellte sich auf die Füße. Etwas unsicher machte er sich auf den Weg zur Tür. Als er sie öffnen wollte, stellte er fest, dass sie fest verschlossen war. Lediglich durch ein kleines Sichtfenster aus Sicherheitsglas, welches in die Tür eingelassen war, konnte er hindurchsehen. Allerdings war das Einzige, was er erkennen konnte, ein leerer, weiß gestrichener Gang mit einigen Türen auf der linken Seite.
Erst klopfte er gegen die Tür, dann schlug er mit der Faust dagegen und rief, man solle ihn aus diesem Zimmer heraus lassen. Schließlich resignierte er, denn die Tür machte einen sehr soliden Eindruck und draußen auf dem Gang war nach wie vor niemand zu sehen. Erst jetzt bemerkte Tobias die Kopfschmerzen, die ihn eigentlich bereits die ganze Zeit über plagten, die er aber bis jetzt ignoriert hatte. Jetzt konnte er sie nicht mehr länger ignorieren, denn sie wurden von Sekunde zu Sekunde schlimmer. Es war, als wenn ihm jemand mit einer langen Nadel quer durch den Schädel stechen würde. Er spürte Übelkeit in sich aufsteigen. Gleichzeitig überkam ihn eine merkwürdige Schwäche, sodass er sich wieder zurück zum Bett schleppte und hineinlegte.

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Leseprobe: Luna

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LunaStapellauf

Linda, Tobias, Elanna und Sgarth hatten eben zusammen mit ihren Kindern ihre Mahlzeit beendet, als sich die Kommunikationsanlage an der Wand einschaltete. Dies geschah normalerweise nur, wenn von der Zentrale wichtige Informationen für alle Bürger ausgestrahlt wurden. Sgarth schickte die Kinder zum Spielen. Dann lauschten sie den Informationen.
Sie erfuhren, dass die Fernortung etwas Beunruhigendes festgestellt hatte. Eines der neuen irdischen Shuttles, die seit einiger Zeit die Versorgung der internationalen Raumstation ISS sicherstellten, hatte nach dem Ablegen von der Station nicht zur Landung auf der Erde angesetzt, sondern hatte stattdessen beschleunigt und dabei die irdische Fluchtgeschwindigkeit überschritten. Ein Unfall kam nicht in Frage, da das Manöver derart präzise ausgeführt wurde, dass der Richtungsvektor des Shuttles direkt auf den Mond zeigte. Offenbar hatte man sich entschlossen, nach all den Jahren wieder eine bemannte Mondmission durchzuführen. Luna-City hatte von dieser Entwicklung nichts mitbekommen, da man das wieder auflebende Weltraumprogramm eigentlich nur dem erdnahen Bereich zugerechnet hatte. Jetzt war ein Schiff der Erde auf dem Weg zu ihnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Shuttle bei seinen Umkreisungen des Mondes auch Luna-City und seine Anlagen überfliegen würde, war sehr groß. Genau das war das Problem. Ein einzelnes, in einem Krater stehendes Raumschiff war möglicherweise nicht zu entdecken, aber eine ganze Stadt mit Industrieanlagen und einer Werft konnte nicht übersehen werden. Zwar hatte man den Hauptteil der Stadt in den Mondboden gegraben, doch ragten überall auch Teile über die Mondoberfläche hinaus, die in der langen Mondnacht beleuchtet waren. Jetzt galt es, möglichst schnell etwas gegen eine Entdeckung zu unternehmen.

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Leseprobe: Korrekturen

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Bei Korrekturen handelt es sich um einen SciFi-Roman aus dem Bereich der Zeitreise und Zeitkorrektur. Wer Interesse hat, ist gern eingeladen, die hier vorgestellte Leseprobe zu lesen.

Wie ich schon an anderer Stelle ausgeführt hatte, existieren Ähnlichkeiten mit einer bestehenden Geschichte, die ich zwar erst später bemerkt hatte, als das Buch bereits fertiggestellt war, die aber dennoch verhindern, dass ich diesen Text in den Handel bringen werde. Da es jedoch aus meiner Sicht zu schade wäre, ihn einfach in einer Schublade verschwinden zu lassen, werde ich ihn auf dieser Website ab Februar 2016 als Fortsetzungsroman veröffentlichen.

 

 

Korrekturen CovervorschlagKapitel 1:

Es war ein Tag wie jeder Andere. Thomas Rhoda war hundemüde. Der Job in der Chipfabrik war nicht schwer, aber die ständige Überwachung der Produktionsanlagen war auf Dauer doch sehr anstrengend. Am liebsten hatte er es, wenn etwas nicht so funktionierte, wie es sollte. Dann brachte es etwas Abwechslung in das tägliche Einerlei und er konnte endlich einmal die Kenntnisse zur Anwendung bringen, für die er ausgebildet worden war. Thomas war Spezialist für prozessorgesteuerte Mikroproduktionsanlagen, doch meistens kam er sich vor, wie ein ungelernter Kontrolleur. Zum Glück war jetzt Feierabend.
Gelangweilt zog er seinen Kittel aus und hängte ihn in seinen Spind zurück. Sein Kollege Claus Riedel sah ihn abschätzend von der Seite an.
»Wie sieht es aus, Thomas?«, fragte er, »Kommst du noch mit in den Krug? Ich denke, ein oder zwei Bier haben wir uns verdient, oder?«
»Sonst gern, Claus«, sagte Thomas, »aber ich bin ziemlich kaputt. Außerdem habe ich noch eine Verabredung.«
»Verabredung?«, fragte Claus interessiert, »Ein Date?«
»Ich treffe mich nachher noch mit Yvonne«, antwortete Thomas.
»Ach so«, meinte Claus enttäuscht, »du musst es ja selbst wissen. Ich an deiner Stelle hätte diese Yvonne schon längst auf den Mond geschossen. Meiner Meinung nach wirst du von der nur verarscht.«
Thomas zuckte mit den Schultern.
»Vielleicht hast du recht, aber bei mir stehen die Frauen nicht gerade Schlange, weißt du und da überlegt man sich ...«, Thomas sprach den Satz nicht zu Ende.
»Mein Angebot steht«, sagte Claus und grinste ihn an, »gib dir 'nen Ruck. Ein Bier ...«
Thomas schüttelte den Kopf.
»Danke, aber ich fahre besser nach Hause. Yvonne hat es auch nicht gern, wenn ich eine Alkoholfahne habe.«
»Also ehrlich, Thomas, aber ich würde mich nicht so von diesem Weib unterbuttern lassen, aber du musst es halt selbst wissen. Vielleicht sehen wir uns ja noch im Krug – ansonsten wünsche ich dir noch einen schönen Abend.«
Claus schlug seinen Spind zu, hob noch einmal grüßend die Hand und ging dann.
Thomas blickte ihm nachdenklich hinterher. Irgendwo hatte Claus sogar recht. Was für eine Beziehung hatten Yvonne und er eigentlich? Ok, sie sah gut aus. Natürlich war es auch das Erste gewesen, das ihm aufgefallen war, als er sie vor ein paar Monaten in einer Diskothek gesehen hatte. Claus hatte ihn dorthin mitgeschleift, weil er der Meinung war, es könne nicht schaden, wenn er einmal ein paar Frauen kennenlernt. Er hatte nur zögernd zugestimmt, da ihm die Atmosphäre in Discos eigentlich überhaupt nicht lag. Es war ihm zu laut und zu voll und überhaupt … Deshalb hatte es ihn selbst überrascht, dass er den Mut gefasst hatte, Yvonne anzusprechen. Es stellte sich heraus, dass auch sie nur dort war, weil eine Freundin sie dazu überredet hatte. An diesem Abend hatte er sich einfach toll gefühlt. Er hatte mit Yvonne getanzt, sie hatten viel geredet, viel gelacht und sicher zu viel getrunken. Am nächsten Morgen war er über sich selbst entsetzt gewesen, als er in seinem Bett aufwachte und eine bildhübsche, brünette, nackte Frau neben sich entdeckte. Er konnte sich überhaupt nicht erinnern, Yvonne mit zu sich nach Hause mitgenommen zu haben. Es war so überhaupt nicht seine Art – und dann gleich am ersten Abend. Yvonne schien bemerkt zu haben, dass er sie anstarrte, denn sie war erwacht und hatte ihn lächelnd angesehen. Dann hatte sie sich eng an ihn gekuschelt und ihm einen Kuss gegeben. Er hatte sich wie im siebten Himmel gefühlt. Doch dann hatte sie ihm eröffnet, dass sie jetzt gehen müsse. In Windeseile hatte sie ihre Sachen angezogen, versprach ihm, ihn anzurufen und war verschwunden.
Claus hatte nur gegrinst, als er ihm davon erzählt hatte.
»Das wird auch Zeit, dass du 'mal an eine Frau kommst«, hatte er gesagt, »halte sie dir warm. Ich hatte den Eindruck, dass die Chemie zwischen euch stimmt, als ihr gestern eng umschlungen aus der Disco verschwunden wart.«
Thomas war es unangenehm gewesen, zumal er sich noch nicht einmal daran erinnern konnte.
Es hatte Wochen gedauert, bis Yvonne sich wieder gemeldet hatte. In unregelmäßigen Abständen verabredete sie sich mit ihm und meist landeten sie später gemeinsam im Bett. In einer Art fühlte sich Thomas wie ein Lückenbüßer, andererseits hatte er sonst niemanden. Es war eine beschissene Situation.
Thomas blickte in den Spiegel seines Spindes und fragte sich:
»Brauche ich das eigentlich wirklich?«
Er schlug seinen Spind lautstark zu und drückte das Vorhängeschloss zu. Er löschte das Licht und machte sich auf den Weg.
Draußen war es bereits dämmerig – es war immerhin bereits November. Thomas blickte sich in beide Richtungen der Straße um. Sie war, wie immer um diese Zeit, vollkommen verstopft. Es hatte also keinen Zweck, auf den Bus zu warten. Er war besser bedient, wenn er von vornherein zu Fuß nach Hause ging. Thomas schlug seinen Kragen hoch, um die Kälte abzuwehren. Es fing leicht an zu nieseln. Die Stadt wirkte dadurch noch trostloser, als sonst. Er seufzte und machte sich auf den Weg.
An der nächsten Kreuzung stellte er sich unter einem schmalen Vordach unter und zog sein Handy hervor. Thomas musste noch mit Yvonne Kontakt aufnehmen, wenn er sie heute noch treffen wollte. Er ließ es endlos lange durchläuten, bis eine freundliche Stimme ihm erklärte, dass der Teilnehmer nicht antwortet. Er wiederholte es mehrere Male – jedes Mal mit dem gleichen Erfolg. Yvonne meldete sich nicht. Vermutlich hatte sie wieder einmal etwas Besseres vor. Thomas wusste ja, dass er nur der Notstopfen war, aber es versetzte ihm doch jedes Mal wieder einen Stich.
Er wollte gerade sein Telefon wieder wegstecken, als er den Blick hob und eine Frau bemerkte, die in einem beleuchteten Hauseingang auf der anderen Straßenseite stand und zu ihm hinübersah. Thomas kannte sie nicht. Sie fiel ihm nur deswegen auf, weil sie für die Jahreszeit völlig unpassend gekleidet war, mit sehr kurzem Rock und kurzer Jacke, dazu noch in schreienden Farben. Die Haare waren lang, auf der einen Seite blond, auf der anderen Seite schwarz. Sie war alles in allem eine sehr skurrile Erscheinung. Immer noch schien sie ihn anzublicken, ohne eine Miene zu verziehen. Thomas betrachtete sie etwas genauer. Er hatte noch nie eine Frau gesehen, die sich so zurechtgemacht hatte. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie ihre Augenpartie in Form eines schwarzen Streifens geschminkt hatte, dabei wirkte sie eigentlich sogar sehr hübsch – wenn dieses verrückte Outfit nicht gewesen wäre. Er fragte sich, was wohl der Grund für ihre Erscheinung wäre. Vielleicht war es eine Prostituierte, die auf Kundschaft wartete. Thomas schüttelte den Kopf, zog seinen Kopf wieder tief in seinen Kragen und machte sich wieder auf den Weg durch das Nieselwetter.
Seine Wohnung befand sich in einer Seitenstraße und lag etwa eine gute halbe Stunde Fußweg von seiner Arbeitsstätte entfernt. Thomas lief relativ schnell, da er keine Lust hatte, sich von dem ungemütlichen Nieselregen vollständig nass regnen zu lassen. Die ganze Zeit über lief er an stehendem und hupendem Verkehr vorbei. Es wurde in der letzten Zeit immer schlimmer. Es lohnte sich im Grunde überhaupt nicht, um diese Zeit mit dem Auto durch die Stadt zu fahren, doch die meisten der Autofahrer schienen das nicht zu begreifen. Ruhiger wurde es erst, nachdem er in seine Straße eingebogen war. Hier war es entschieden dunkler, als auf der Hauptstraße, da hier noch zum Teil alte Gaslaternen standen und den Gehweg nur trübe ausleuchteten. Obwohl man hier nicht schnell fahren durfte, hörte er von hinten ein Auto, welches sich schnell näherte. Thomas blickte sich um und bemerkte dabei, dass es genau in Höhe einer großen Pfütze an ihm vorbeifahren würde. Schnell sprang er in eine dunkle Einfahrt hinein, als eine Fontäne schmutzigen Wassers gegen die Hausfassade klatschte. Er selbst hatte Glück und bekam nichts davon ab. Erleichtert trat er wieder aus der Einfahrt auf den Gehweg und blickte vorsichtshalber noch einmal nach links, um nicht von einem weiteren Auto nass gespritzt zu werden. Dabei entdeckte er die Silhouette einer Person, die er gegen das Licht von der Hauptstraße nur deswegen sehen konnte, weil sie sich schnell in einen der Hauseingänge drückte, als er aus der Einfahrt blickte.
Er dachte sich nichts dabei. Wahrscheinlich auch nur jemand, der schnell Schutz vor dem miesen Wetter suchte und schnell ins Haus wollte. Trotzdem harrte er einen Moment länger aus, als nötig und starrte zurück in die Dunkelheit seiner Wohnstraße. Es rührte sich nichts mehr. Thomas setzte seinen Weg fort. Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl, ohne, dass er es begründen konnte. Von Zeit zu Zeit blickte er sich um und versuchte, zu erkennen, ob außer ihm noch jemand unterwegs war.
Ein Auto kam ihm entgegen und blendete ihn mit seinen Scheinwerfern. Thomas blinzelte und drehte sich zur Seite. Aus den Augenwinkeln bemerkte er eine Bewegung und wandte sich ganz um. Im Kegel des Scheinwerfers blitzte für einen kurzen Moment ein Haarschopf auf, der in einem Hauseingang zu sehen war. Da spürte Thomas, wie sich seine Nackenhaare aufrichteten. Es war ein Kopf mit langen, teils blonden und teils schwarzen Haaren gewesen. Die Frau von der anderen Straßenseite.
Das konnte kein Zufall sein. Sie hatte zu ihm hinüber gesehen. Er hatte sich nichts dabei gedacht, doch wenn sie nun hier in seiner Straße war, musste sie ihm gefolgt sein. Doch wozu? Er kannte diese Frau nicht. Thomas war im Grunde kein ängstlicher Mensch, doch war es ihm schon etwas unheimlich, dass er von dieser Frau verfolgt wurde.
»Mach' dir jetzt nicht ins Hemd«, sagte er zu sich selbst, »sie ist höchstens Mitte zwanzig. Was will sie mir anhaben. Vermutlich ist es doch Zufall, dass sie hier in derselben Straße ist, wie ich.«
Er wartete im Schutze der Dunkelheit, ob sich seine vermeintliche Verfolgerin noch blicken lassen würde, doch nichts geschah. Nach einiger Zeit setzte er seinen Weg fort. Einige Minuten später erreichte er das Haus, in dessen zweitem Stock er eine Wohnung gemietet hatte. Das Haus verfügte zwar über einen Aufzug, aber Thomas benutzte lieber die Treppen. Langsam stieg er die Stufen zu seiner Wohnung hinauf. Er lauschte, ob die Haustür nicht, wie üblich, laut ins Schloss fällt, doch er hörte nichts. Stattdessen hörte er, dass der Aufzug sich in Bewegung setzte. Die Unruhe, die er bereits die ganze Zeit über gespürt hatte, machte sich wieder breit. Wieso setzte sich der Aufzug in Bewegung? War jemand hinter ihm unbemerkt ins Haus eingedrungen, bevor die Tür sich geschlossen hatte?
Thomas fühlte sich nun äußerst unbehaglich und nahm drei Stufen auf einmal, um möglichst schnell in seine Wohnung zu kommen. Er hielt den Schlüssel bereits in der Hand, als er im zweiten Stock ankam. Ein Blick zum Aufzug ließ ihn erkennen, dass er ebenfalls im zweiten Stock halten würde. Nervös versuchte er, seinen Schlüssel ins Schloss zu bekommen, als sich die Tür des Aufzugs öffnete.
»Das trifft sich gut«, sagte eine Frauenstimme hinter ihm, »das erspart mir, die Tür aufzubrechen.«
Thomas fuhr herum und blickte direkt in eine eigenartig geformte Waffe, die von der rätselhaften, merkwürdig gekleideten Frau gehalten wurde, die er bereits gesehen hatte.
»Was wollen Sie von mir?«, fragte Thomas.
Sie machte eine Bewegung mit ihrer Waffe.
»Schließen Sie die Tür auf!«, befahl sie, »Und lassen Sie uns hineingehen. Denken Sie daran, dass ich eine Waffe besitze und ich kann Ihnen versichern, dass ich damit umgehen kann.«
Thomas schloss auf, öffnete die Tür und schaltete das Licht ein. Die Frau stieß ihn mit dem Lauf der Waffe an.
»Hinein und keinen Laut!«, befahl sie wieder.
Mit dem Fuß stieß sie die Tür hinter sich zu und ließ Thomas nicht aus den Augen. Als sie im Wohnzimmer waren, deutete sie auf einen Sessel.
»Hinsetzen!«
»Ich verstehe noch immer nicht ...«, stammelte er, verstummte aber sofort, als er in die kalten Augen der Frau blickte. Er zweifelte nicht daran, dass sie sofort von ihrer Waffe Gebrauch machen würde.
»Halten Sie Ihre Hände nach vorn«, sagte sie.
Thomas gehorchte, und sah, wie sie einen flexiblen Kunststoffstreifen aus einer winzigen Rocktasche zog und ihn lässig um seine Handgelenke warf. Die Enden des Streifens verbanden sich sofort miteinander und fesselten seine Hände aneinander. Das Gleiche tat sie mit seinen Fußgelenken. Nun war er vollkommen hilflos.
»Was wollen Sie von mir?«, fragte er, »Das kann doch nur eine Verwechslung sein.«
Sie legte ihre Waffe zur Seite und setzte sich ihm gegenüber auf die Couch.
»Sie sind Thomas Rhoda, nicht wahr?«, fragte sie und sah ihn mit unbeteiligtem Gesicht an.
»Ja, der bin ich, aber was habe ich denn getan? Wer sind sie überhaupt?«
»Sie geben es also zu?«, fragte sie, »Sie sind tatsächlich Thomas Rhoda. Es geht überhaupt nicht darum, was Sie getan haben oder dass Sie etwas getan haben.«
»Ich verstehe überhaupt nichts mehr!«, rief Thomas.
Die Frau legte einen Zeigefinger an ihre Lippen.
»Wir wollen doch nicht, dass jemand auf uns aufmerksam wird.«
Sie musterte ihn nun äußerst eingehend und er erhielt Gelegenheit, auch ihre Erscheinung näher in Augenschein zu nehmen. Sein erster Eindruck war durchaus zutreffend gewesen. Sie war ausnehmend hübsch und hatte eine tolle Figur. Auch ihre Beine würde er unter anderen Umständen sicher bewundert haben, doch stand ihm danach nicht der Sinn.
»Bitte sagen Sie mir doch endlich, was Sie von mir wollen«, bat er, »wenn Sie Geld wollen – ich habe nicht viel im Haus, aber Sie können alles haben.«
»Geld?«, fragte sie, »Was soll das sein?«
»Na, Geld eben.«
Thomas starrte die Frau an.
»Sie wissen nicht, was Geld ist?«, fragte er.
Khendrah schüttelte den Kopf.
»Erklären Sie es mir«, forderte sie ihn auf.
»Nun, man braucht Geld, um sich etwas zu kaufen. Essen, Kleidung. Jeder braucht Geld. Verdammt, wer sind Sie, dass Sie das nicht wissen?«
Sie lächelte zum ersten Mal ein wenig.
»Geld?«, fragte sie spöttisch, »Glauben Sie, dass ich bestechlich bin? Ist es das?«
»Sind Sie von der Polizei?«, fragte Thomas.
»Sie meinen Ordnungsbehörden?«, fragte sie, »So etwa könnte man es nennen. Ich bin Mitarbeiterin des Amtes für Korrekturen. Ich bin Agentin Khendrah, aber eigentlich hat Sie das nicht mehr zu interessieren. Ich werde Ihnen nur, um der Form Genüge zu tun, das Urteil zur Kenntnis geben, das in Abwesenheit vom Korrekturausschuss gefällt wurde. Anschließend werde ich es unverzüglich vollstrecken.«
»Vollstrecken?!«, schrie Thomas schrill, »Sind Sie wahnsinnig?«
Khendrah griff blitzschnell nach ihrer Waffe und richtete sie auf ihn.
»Seien Sie leise«, zischte sie, »sonst bin ich gezwungen, sofort zu vollstrecken.«
»Hören Sie!«, sagte Thomas, »Das kann doch alles nur ein schlechter Scherz sein. Ich arbeite als Spezialist für Prozessorsteuerungen in der Chipproduktion, lebe allein, bin in keiner Partei und keinem Verein. Ich habe niemandem etwas getan. Ich habe auch keine Schulden – also was wollen Sie?«
»Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass es nichts damit zu tun hat, was Sie getan haben«, sagte Khendrah genervt, »es ist immer wieder dasselbe. Ihr könnt es einfach nicht verstehen.«
In diesem Moment klingelte Thomas' Handy. Khendrah zuckte leicht zusammen.
»Was ist das?«, fragte sie barsch.
»Das ist nur … mein Handy«, sagte Thomas, »es steckt dort in meiner Jacke.«
»Was ist ein Handy?«, wollte Khendrah wissen. Sie erhob sich und ging zu dem Stuhl, auf dem Thomas' Jacke lag. Dabei ließ sie ihn nicht aus den Augen.
»Es ruft mich jemand an«, sagte Thomas und ein Hoffnungsschimmer stahl sich in seinen Blick, »wenn ich mich nicht melde, wird man sicherlich misstrauisch werden.«
»Handy«, murmelte Khendrah, »Sie meinen einen Kommunikator? Einen externen Kommunikator?«
»Es ist mir scheißegal, wie Sie das nennen«, sagte Thomas, »ich will endlich wissen, was hier eigentlich gespielt wird. Warum haben Sie mich gefesselt?«
Khendrah beachtete ihn nicht und zog das Handy aus der Jacke. Sie betrachtete den klingelnden Gegenstand, als hätte sie so etwas noch nie gesehen. Sie hob den Blick und sah Thomas fragend an.
»Gehen Sie schon 'ran!«, sagte Thomas wütend, »Sie benehmen sich ja, als hätten Sie noch nie ein Handy gesehen. Drücken Sie auf die grüne Taste.«
Khendrah tat es und hielt sich das Gerät umständlich ans Ohr.
»Ja?«, sagte sie.
»Nein, Sie können Thomas jetzt nicht sprechen.«
Sie versuchte, das Gespräch zu beenden, fand aber nicht die richtige Taste. Schließlich warf sie das Handy auf den Boden und zertrat es mit dem Fuß.
Thomas sah entgeistert zu, wie seine Bezwingerin die Einzelteile mit dem Fuß wegkickte und sich dann wieder ihm zuwandte.
»Ich brauche Antworten«, sagte sie, »das war eine Frau. Eine Iwonn oder so ähnlich. Wer ist das?«
»Man könnte sie eine Freundin nennen«, meinte Thomas zögernd.
»Haben Sie Sex mit ihr?«
»Ich wüsste nicht, was Sie das …!«
»Antworten Sie!«, brüllte Khendrah dazwischen, »Haben Sie Sex mit ihr?«
»Ja«, sagte Thomas müde. »Einige Male sicherlich. Wenn es das ist, worauf ...«
Khendrah brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen.
»Ist sie schwanger?«, wollte sie wissen.
»Jetzt reicht es mir allmählich!«, regte sich Thomas auf, »Sie tauchen hier auf, fesseln mich, bedrohen mich mit Ihrer eigenartigen Waffe. Was sollen diese Fragen? Binden Sie mich endlich los!«
»Ist sie schwanger?«, fragte Khendrah wieder und hielt Thomas den Lauf der Waffe direkt an die Schläfe.
Thomas brach der Schweiß aus. Es war zu viel für ihn.
»Nein, sie ist nicht schwanger«, flüsterte er.
»Sicher?«
»Sie ist garantiert nicht schwanger – jedenfalls nicht von mir.«
Khendrah schien zufrieden, denn sie nahm die Waffe von seiner Schläfe.
»Gut, das macht es leichter für mich«, sagte sie, »ich will mich nun auch nicht länger mit Ihnen aufhalten. Der Korrekturausschuss hat in seiner siebenhundertzwölften Sitzung nach Prüfung der vorgelegten Unterlagen entschieden, dass Ihre Existenz zu beenden ist, um die Bildung eines faschistischen Regimes durch ihre Nachkommen in der fünften Generation zu verhindern. Die Simulation der vorgesehenen Korrektur zeigte, dass die Maßnahme nicht nur notwendig ist, sondern zudem den gewünschten Erfolg zeigt. Ihre Ausschaltung wird in über hundert Jahren Tausenden von Menschen das Leben retten. Im Interesse der Menschheit wurden Sie daher zum Tode verurteilt. Das Urteil ist sofort zu vollstrecken.«
Khendrah hob die Waffe und richtete sie auf Thomas.
»Warten Sie!«, rief Thomas mit vor Angst zitternder Stimme. »Was soll das für ein bescheuerter Ausschuss sein, und wie kann er mich zum Tode verurteilen? Was soll das überhaupt heißen, dass es in über hundert Jahren Menschenleben retten soll?«
»Ich sagte ja, dass Ihr es nie versteht«, sagte Khendrah und drückte ab.

Neue Ebene...

Leseprobe: Taron

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TaronBenommen richtete Calph sich auf und blickte sich um. Auch die anderen Zylinder öffneten sich nacheinander und gaben den Blick auf seine Freunde frei.

 „Das war widerlich!“, beschwerte sich Anima, die sich offenbar übergeben hatte.
 Auch die Anderen machten keinen sehr entspannten Eindruck.
 „Was ist schief gegangen?“, wollte Kitron wissen.
 „Nichts ist schief gegangen“, sagte Calph. „Schaut Euch doch einfach mal um. Dieser Raum hier sieht doch anders aus, als der Raum, in dem wir uns hingelegt haben. Freunde, wir sind am Ziel. Willkommen auf Taron!“
 „Wie, in diesem Augenblick sollen wir tatsächlich viele Lichtjahre gereist sein?“, wunderte sich Rani, „Ich kann es kaum glauben. Das muss ich sehen. Können wir nach draußen gehen?“
 „Nicht so schnell“, sagte Calph. „Wir werden erst mal unsere Sachen ausziehen und uns mit zweckmäßiger Expeditionskleidung aus dem Lager ausstatten.“
 „Was ist an meiner Kleidung auszusetzen?“, fragte Sami und drehte sich im Kreis.
 „Nichts“, meinte Thoman, „gar nichts, wenn du zu Hause ausgehen wolltest. Aber du hast doch nicht vor, in diesem kurzen Röckchen eine Welt zu erkunden, oder?“
 „Also runter mit den Sachen und jeder sucht sich etwas Passendes aus dem Lager“, ordnete Calph an. „Wir alle gehen auf keine Modenschau, sondern sind auf einer Forschungsexpedition.“
 Calph musste etwas suchen, bis sie das Lager gefunden hatten und die dort lagernden Kleidungsstücke passten ihnen auch nicht perfekt, doch sie würden ihren Zweck erfüllen. Bevor sie die Außenschleuse betraten, nahm sich noch jeder von ihnen eine Verpflegungsration und ein Sanitätspack mit und band sie sich an den Gürtel der Kombination. Dann ging es los.
 Calph drückte die Taste für den Öffnungsmechanismus und die große Schleuse fuhr auf.
 Sie hatten gewusst, dass sie sich auf einer fremden Welt befanden, doch hatten sie nicht mit dem gerechnet, was sie nun zu sehen bekamen.

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Leseprobe: Der Centauri-Krieg

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Es handelt sich hier um eine Leseprobe zu meinem neuen, in Arbeit befindlichen Roman, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Als Probe biete ich hier zwei Szenen des ersten Kapitels an.

Zum Verständnis des Zusammenhangs:

Niels, ein Schüler aus dem Polar-Bund war - zusammen mit ein paar anderen jungen Leuten - gezwungen worden, einen Abarth-Panzer, fast ein auf Ketten fahrbares Fort, in das Feindgebiet zu steuern, um eine Kraftwerksanlage auszuschalten. Die im Grunde nur aus Schülern bestehende Besatzung, die nur in einem Hypnose-Schnellverfahren die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hatte, gerieten unter Beschuss durch eine feindliche Fliegerstaffel. Niels, als Schütze des Panzers, gab sein Bestes und holte einen Angreifer nach dem Anderen vom Himmel, als sie zuletzt einen heftigen Treffer erhielten, der den Panzer lahmlegte. Niels überlebte als Einziger und sah, dass auch einem der Flieger noch eine Notlandung gelungen war.

An dieser Stelle setzt die Leseprobe an. Es würde mich freuen, ein Feedback zu diesem Text zu bekommen, da ich noch immer daran arbeite. Gravierende Unzulänglichkeiten könnten so im Vorfeld der Fertigstellung noch behoben werden.

Kapitel 1: Freund und Feind - Szene 2: Zusammentreffen mit Letha

centauri kriegIch spürte, wie eine unbändige Wut in mir aufstieg. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich projizierte all meinen Hass, wegen meiner toten Kameraden, mit denen ich noch vor wenigen Wochen die Schulbank gedrückt hatte, auf den Piloten dieses Flugzeugs. Es gab nur noch einen Gedanken: Diesen Kerl umbringen, wenn ihn die Landung nicht bereits erledigt hatte. Man hatte uns mit Handfeuerwaffen ausgerüstet. Ich prüfte die Ladung der Zelle für den Laser - dann lief ich los. Ich dachte nur an dieses Flugzeug und dass ich diesen Piloten erschießen würde. Mit keinem Gedanken dachte ich daran, dass es ja auch genau umgekehrt sein könnte.
Der Schmerz in meinem Arm wurde unerträglich, aber ich kämpfte mich Meter um Meter weiter. Von Zeit zu Zeit wischte ich mir mit der Hand die Tränen aus den Augen. Ich kam dem Flugzeug immer näher. Immer noch quoll Rauch aus seinem Innern, aber brannte nicht sichtbar. Auch schien der Pilot sich noch nicht befreit zu haben.
Das Flugzeug war ein Modell, wie wir es im Polar-Bund nicht hatten. Es verfügte über zwei Flügel in Delta-Form und zwei zusätzliche Kurzflügel unterhalb der Pilotenkanzel, die offenbar abgesprengt worden war. Schwenkbare Triebwerke verliehen der Konstruktion eine enorme Wendigkeit. Ich hatte jedoch keinen Blick dafür , sondern kletterte über die vorderen Flügel hinauf zur Kanzel. Insgeheim hatte ich damit gerechnet, den Pilotensitz leer vorzufinden, doch er war noch auf seinem Sitz festgeschnallt. Sein Kopf bewegte sich leicht und ein gequältes Stöhnen drang unter seinem undurchsichtigen Helm hervor. Ich hob meine Waffe und richtete sie auf den Gegner. Er schien mich sehen zu können, denn er hob seine Hände und machte eine abwehrende Bewegung.
Ich hatte nur ein Ziel: Dieses Schwein zu töten, doch als ich meine Waffe auf ihn gerichtet hielt, spürte ich, wie schwer es war, abzudrücken. Es war etwas anderes, ob man aus seinem Panzer heraus etwas tut, das wie ein Videospiel wirkt, oder ob man einen Menschen mit offenen Augen tötet. Meine Hand zitterte und ich hatte das Gefühl, als würde die Waffe immer schwerer.
Der Fremde gab ein paar unverständliche Laute von sich und griff sich an den Helm. Etwas in mir ließ mich immer noch zögern, abzudrücken. Der Pilot entriegelte umständlich seinen Helm und hob ihn sich dann vom Kopf.
Ich war wie vor den Kopf geschlagen, als ich sah, wie ein Schopf langer blonder Haare darunter hervorquoll. Mein gegnerischer Pilot war ein Mädchen.
Sie sah mich mit weit aufgerissenen Augen an und ich konnte sehen, dass sie vor Angst fast verrückt war.
„Töte mich nicht“, sagte sie mit leiser, sich überschlagender Stimme. Ihr Brustkorb hob und senkte sich schnell. Noch immer hielt ich meine Waffe auf sie gerichtet.
„Du sprichst meine Sprache?“, wunderte ich mich.
„Natürlich. Wieso auch nicht?“, fragte sie. Ihr Blick wanderte immer wieder zu meiner Waffe, die in meinen Händen zitterte. Nein, es war eigentlich nicht die Waffe. Ich selbst war es, der am ganzen Körper zitterte, wie Espenlaub. Ich hatte einen dicken Kloß im Hals und starrte sie nur an. Nun sah ich ihr ins Gesicht und das machte es mir nicht eben leichter, abzudrücken.
„Warum habt Ihr das getan?“, fragte ich. „Warum habt Ihr uns angegriffen? Wir haben Euch doch überhaupt nichts getan?“
„Ihr habt den Krieg begonnen“, sagte sie. „Es war unsere Aufgabe, Euch zu stoppen.“
Ich spürte, wie meine Wut wieder hochkochte.
„Aber wir haben Euch - verdammt noch mal - nicht beschossen! Wir haben einfach nur hier in diesem Scheißpanzer gesessen!“ Ich brüllte sie vollkommen an und fuchtelte mit der Waffe herum.
„Ihr habt meine Freunde umgebracht! Verstehst du das? Sie sind alle tot!“
„Wenn du mich so sehr hasst, dann mach doch Schluss und drücke ab“, sagte sie und kniff krampfhaft ihre Augen zusammen. „Dann geht es wenigstens schnell.“
Ich sah sie verblüfft an.
„Es würde dir nichts ausmachen?“
Sie lachte humorlos und ließ ihre Augen geschlossen.
„Ich will leben, verdammt noch mal! Ich will diesen ganzen Dreckskrieg nicht und ich wollte nie einen Menschen töten. Und ja, es macht mir etwas aus. Ich habe eine Scheißangst, wenn es dich interessiert. Ich hätte nie geglaubt, dass ich noch so jung sein würde, wenn es vorbei ist. Ich würde alles tun, um noch etwas leben zu dürfen.“
Als ich eine Zeitlang nichts sagte, öffnete sie die Augen und sah mich an. Ich hatte die Waffe gesenkt, hielt sie aber noch immer in der Hand.
„Was wird das jetzt?“, fragte sie. „Willst du mich erst noch etwas quälen, bevor du mich tötest?“
„Kannst du aufstehen?“, fragte ich sie. „Kannst du aus dem Flieger klettern? Dann will ich, dass du mit nach draußen kommst.“
Ich hob wieder die Waffe, da ich nicht vorhatte, mich von ihr überrumpeln zu lassen.
Sie öffnete umständlich die Gurte und befreite sich schließlich davon.
„Ich bin übrigens unbewaffnet“, sagte sie. Langsam kletterte sie unter meinen wachsamen Blicken ins Freie, wobei ihr der schwere Fliegeranzug sehr hinderlich war.
„Darf ich dieses Ding hier ausziehen?“, fragte sie. „Es ist nicht sonderlich bequem.“
Ich nickte und ließ sie nicht aus den Augen.
Vor meinen Augen legte sie den schweren Anzug ab und trug darunter nur einen leichten Fliegeroverall, der offenbarte, dass sie eine recht gute Figur hatte. Vielleicht noch etwas so genannter 'Babyspeck' auf den Hüften, aber ich mochte es durchaus, wenn eine Frau auch nach einer Frau aussah. Ich schob den Gedanken beiseite. Dieses Blondchen hier war ein Killer. Wenn ich jetzt einen Fehler machte, konnte es mein letzter sein.
Sie sah mich abwartend an.
„Und was kommt nun?“, fragte sie sarkastisch. „Vergewaltigung und dann Kopfschuss?“
„Jetzt hör doch auf mit diesem Scheiß!“, fuhr ich sie an. „Meinst Du, wir wären Tiere?“
Ich ärgerte mich darüber, wie leicht sie mich durch diese blöde Frage in die Defensive gedrängt hatte.
„Etwa nicht?“, brüllte sie mich an. „Ihr habt mein Land überfallen und besetzt meine Heimat! Wurden wir etwa gefragt? Haben wir etwas getan?!“
Irgendetwas an ihrer Reaktion machte mich gegen meinen Willen betroffen. Waren wir vielleicht wirklich die Schuldigen, die ihr Land überfallen hatten? Hatten wir ihrem Volk das Leid gebracht? Unbewusst musste ich schlucken und blickte auf meine Waffe.
Dann ergriff ich sie und schleuderte sie in hohem Bogen weg. Dabei durchzog mich ein Schmerz im linken Arm, den sie mir wohl ansah. Gleichzeitig fragte ich mich, wie man nur so bescheuert sein konnte, in einer solchen Situation seinen Vorteil aus der Hand zu geben und sich selbst zu entwaffnen. Ich schalt mich im Geiste einen Idioten. Wenn sie doch noch irgendwo eine Waffe haben sollte, würde sie mich nun überwältigen können. Die Erkenntnis ließ meinen Atem stocken.
„Was ist mit Dir?“, fragte sie zu meiner Überraschung.
„Als wenn dich das interessieren würde ...“

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